30.09.2026 | 04:30
Paukenschlag im Übernahmekarussell! Rheinmetall, BASF, Lahontan Gold!
Es bahnt sich ein Paukenschlag in der deutschen Chemiebranche an. BASF prüft die Übernahme des Spezialchemiekonzerns Evonik. Der Ludwigshafener Konzern würde damit insbesondere das Spezialchemiegeschäft deutlich ausbauen. Evonik reagiert zurückhaltend. Analysten reagierten positiv. Es gibt aber auch Fragezeichen. Eine kleine, aber strategisch interessante Übernahme bahnt sich im Goldsektor an. Lahontan Gold will Emergent Metals vollständig übernehmen und damit seine Position im Walker-Lane-Goldbezirk im US-Bundesstaat Nevada ausbauen. Macht man sich damit hübsch für einen US-Börsengang? Zuletzt hatte Lahontan die Ressource erhöht und das Ziel bekräftigt, im kommenden Jahr eine Mine zu bauen. Und was macht Rheinmetall? Die Aktie ist wieder unter 1.000 EUR gefallen. Der Konzern arbeitet an den Baustellen „Abhängigkeit von der Bundeswehr“ und „altes und schweres Kriegsgerät“.
Lesezeit: ca. 5 Min.
|
Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
BASF SE NA O.N. | DE000BASF111 , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , LAHONTAN GOLD CORP | CA50732M1014 | TSXV: LG , OTCQB: LGCXF
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
Tag-Cloud
Aktien-Cloud
Lahontan Gold: Macht sich hübsch für US-Börsengang?
Eine kleine, aber strategisch interessante Übernahme bahnt sich im Goldsektor an. Lahontan Gold hatte zuletzt seine Ressourcenbasis erweitert und das Ziel bekräftigt, bereits im kommenden Jahr mit dem Bau der Santa-Fe-Mine zu beginnen. Nun folgt der nächste Schritt. Man will Emergent Metals vollständig übernehmen und damit seine Position im Walker-Lane-Goldbezirk im US-Bundesstaat Nevada ausbauen. Emergent-Aktionäre sollen für jeweils 3,21 Emergent-Aktien eine Lahontan-Aktie erhalten. Dies wäre eine Prämie von 47,8 % auf den 30-Tage-Durchschnittskurs. Nach Abschluss der Transaktion würden die bisherigen Lahontan-Aktionäre rund 95,3 % des kombinierten Unternehmens halten. Strategisch besonders wichtig ist, dass Lahontan dadurch 100 % des Projekts West Santa Fe kontrollieren und zugleich bestehende Lizenzgebühren auf West Santa Fe sowie auf die York-Claims beim Santa-Fe-Projekt beseitigen kann. Zudem erweitert sich das zusammenhängende Landpaket in Nevada durch das angrenzende New-York-Canyon-Projekt auf mehr als 93 km² in einer der wahrscheinlich besten Goldregionen der Welt.
Finanziell spart Lahontan durch die Übernahme unter anderem künftige Zahlungen von rund 2,39 Mio. CAD für den Erwerb der restlichen Anteile an West Santa Fe. Außerdem sollen 2 Mio. bereits an Emergent ausgegebene Lahontan-Aktien an das Unternehmen zurückfließen. Hinzu kommen weitere Vermögenswerte, darunter ein Schuldschein über 3,5 Mio. USD von Fairchild Gold, 12,5 Mio. Fairchild-Aktien, eine 0,5%ige NSR-Royalty auf das Golden-Arrow-Projekt sowie weitere Royalties und Claims in Nevada und Quebec. Lahontan sieht die Übernahme als weiteren Schritt, um das Santa-Fe-Projekt Richtung Produktion weiterzuentwickeln, die Gold- und Silberressourcen auszubauen und weitere Wachstumschancen in Nevada zu nutzen. Der Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Emergent-Aktionäre sowie behördlicher und gerichtlicher Genehmigungen.
Mit der Übernahme könnte sich Lahontan zugleich für den nächsten Schritt am US-Kapitalmarkt positionieren. CEO Kimberly Ann hat in der Vergangenheit mehrfach betont, dass die USA für das Unternehmen aufgrund der dortigen Investorenbasis und des besseren Kapitalzugangs eine zentrale Rolle spielen. Daher strebt sie ein Listing an der New York Stock Exchange an. Die vollständige Kontrolle über West Santa Fe, der Wegfall von Royalties und die Konsolidierung eines mehr als 93 km² großen Landpakets im Walker Lane machen die Unternehmensstory einfacher und größer. Zusammen mit dem Bau der Mine im kommenden Jahr könnte die Emergent-Übernahme damit auch die Voraussetzungen für einen späteren Börsengang in den USA verbessern.
https://youtu.be/QGRV7IfTWec?si=GHVNPooFwSnStJ6n
BASF: Analysten bewerten mögliche Übernahme
Nicht nur bei Lahontan dreht sich das Übernahmekarussell. Im deutschen Chemiesektor bahnt sich ein Paukenschlag an. BASF prüft die Übernahme von Evonik. Der Ludwigshafener Konzern bestätigte Sondierungen mit Evonik und der RAG-Stiftung, die rund 43 % der Evonik-Aktien hält. BASF begründet sein Interesse mit dem Ziel, durch Akquisitionen die Kerngeschäfte zu stärken, profitables Wachstum zu fördern und Wert zu schaffen. Evonik würde insbesondere das Spezialchemiegeschäft von BASF deutlich ausbauen. Noch ist allerdings nichts entschieden. BASF bezeichnet Fortgang und Ausgang der Gespräche ausdrücklich als offen. Evonik reagierte zurückhaltend. Der Konzern bestätigte eine unverbindliche Ansprache von BASF hinsichtlich eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots für sämtliche Aktien, erklärte zugleich aber, dass derzeit keine Gespräche stattfinden. Weitere Stellungnahmen will Evonik vorerst nur im Rahmen seiner gesetzlichen Pflichten abgeben.
Die mögliche Übernahme wurde von mwb research positiv kommentiert, allerdings gebe es finanzielle Fragezeichen. Evonik würde BASF stärker in Richtung Spezialchemie verschieben und damit die Abhängigkeit vom zyklischeren Basischemiegeschäft reduzieren. Zudem sehen die Analysten potenzielle Synergien bei Einkauf, Produktion und Verwaltung. Problematisch bleibt jedoch die hohe Europa-Exponierung beider Konzerne, da schwache Nachfrage, hohe Energiekosten und struktureller Kostendruck die Wettbewerbsfähigkeit belasten. Hinzu kommt, dass Evonik mit einer Marktkapitalisierung von rund 9 Mrd. EUR eine große Transaktion für BASF wäre und damit die zuletzt verbesserte Bilanz sowie Spielräume für Aktienrückkäufe und Ausschüttungen belasten könnte.
Entscheidend sind daher aus Sicht der Analysten der Preis und die Finanzierung. Evonik wird aktuell mit rund 6,5x EV/EBITDA 2027 bewertet und damit günstiger als BASF mit etwa 7,7x, was grundsätzlich eine vernünftige Ausgangsbasis bietet. Wertschaffend wäre die Übernahme aber nur, wenn BASF keine zu hohe Prämie zahlt und die erwarteten Synergien tatsächlich realisiert. Ein aggressiver Kaufpreis oder eine deutliche Erhöhung des Leverage würde die Investmentstory von BASF dagegen schwächen. Entsprechend wird die mögliche Transaktion derzeit eher als zusätzliche Unsicherheit bei der Kapitalallokation gesehen. Die Analysten bleiben bei "Halten" und einem Kursziel von 55 EUR. Die BASF-Aktie hat im laufenden Jahr immerhin gute 12 % zulegen können und notiert derzeit bei rund 50 EUR.
Rheinmetall: Erfolg in den USA
Vom Überflieger zum Sorgenkind hat sich in diesem Jahr Rheinmetall entwickelt. Vom Allzeithoch bei rund 2.000 EUR hat sich die Aktie des größten deutschen Rüstungskonzerns schon lange verabschiedet. Nachdem es im Sommer so aussah, als könnte zumindest die Marke von 1.000 EUR zurückerobert werden, notiert das Wertpapier seit einigen Wochen wieder darunter und hat im laufenden Jahr fast 40 % an Wert verloren.
Häufig wird Rheinmetall vorgeworfen, zu abhängig von den deutschen Rüstungsausgaben und von dem "alten und schweren" Kriegsgerät zu sein. Dass der Konzern an beiden Baustellen arbeitet, zeigt ein Auftrag aus den USA. Dort hat Rheinmetall einen weiteren Erfolg im Zukunftssegment autonomer Militärfahrzeuge erzielt. Die US-Tochter American Rheinmetall liefert zwölf autonome unbemannte Bodenfahrzeuge vom Typ Mission Master SP sowie fünf amphibische Marine-Kits an das U.S. Marine Corps. Das Auftragsvolumen von 7,28 Mio. USD ist zwar überschaubar, strategisch ist der Auftrag jedoch relevanter. Er folgt auf mehr als vier Jahre gemeinsamer Tests und Erprobungen mit dem Marine Corps und bestätigt Rheinmetalls Position im US-Markt für autonome Landsysteme.
Die Mission Master SP sollen vor allem für autonome Logistik, expeditionelle Mobilität und verteilte Einsätze genutzt werden. Ausgestattet sind die Fahrzeuge mit Rheinmetalls PATH-Autonomie-Architektur und modularen Nutzlastsystemen. Die Marine-Kits ermöglichen zudem amphibische Einsätze in küstennahen Gewässern. Der Auftrag baut auf umfangreichen operativen Tests, Live-Fire-Erprobungen und Nutzerfeedback auf und zeigt, dass Rheinmetalls autonome Systeme zunehmend den Schritt von der Erprobung hin zur regulären Beschaffung machen.
Darüber hinaus passt der Auftrag in Rheinmetalls langfristige US-Strategie. American Rheinmetall baut seine Kapazitäten für autonome Bodenfahrzeuge in den Vereinigten Staaten aus und plant in Maine ein Advanced Land Autonomy Center of Excellence. Dort sollen künftig unter anderem PATH-Systeme integriert, Fahrzeuge produziert und gewartet werden. Für Rheinmetall ist der aktuelle Auftrag damit weniger wegen seines Volumens interessant, sondern als weiterer Referenzerfolg beim U.S. Marine Corps und als Türöffner für künftige größere Aufträge im wachsenden Markt für autonome militärische Systeme.
Fazit
Lahontan Gold dürfte in den kommenden Monaten weiter für Aufsehen sorgen. Die geplante Übernahme ist ein weiterer Schritt in der Unternehmensentwicklung. Die Übernahme von Evonik durch BASF wäre ein Paukenschlag. mwb merkt aber zu Recht an, dass damit schwache Nachfrage, hohe Energiekosten und struktureller Kostendruck nicht aus der Welt sind. Rheinmetall bleibt ein Basisinvestment im europäischen Rüstungssektor. Allerdings tut sich der gesamte Sektor derzeit an der Börse schwer.
Interessenskonflikt
Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.
Risikohinweis
Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.esg-aktien.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.
Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.
Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.