04.06.2026 | 04:30
Plug Power im Rally-Modus! Roboter-Fantasie bei Renk und First Hydrogen!
Die Aktie von Plug Power hat sich seit Ende Februar mehr als verdoppelt. Anfang der Woche wurde die Marke von 4 USD geknackt. Doch so langsam muss die Rally mit operativen Nachrichten untermauert werden. Zuletzt gab es immerhin eine Kapitalstärkung. Bei First Hydrogen hat die Neubewertung gerade erst begonnen. Das Unternehmen will bei Robotik und Drohnen mitmischen. Dabei setzt man auf eine interessante Nische in den Milliardenmärkten. Die Aktie erscheint nicht teuer. Bei Renk raten Analysten zum Einstieg, allerdings sinkt das Kursziel. Allerdings fehlt es wie im gesamten Rüstungssektor an Momentum. Doch dies könnte sich schon bald ändern. Eine Rüstungsmesse steht an und Renk gibt einen interessanten Ausblick.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
RENK AG O.N. | DE000RENK730 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 | TSXV: FHYD
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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First Hydrogen: Milliardenmärkte im Fokus
Von einer Neubewertung könnten Anleger bei First Hydrogen profitieren. Das Technologieunternehmen erschließt den Zukunftsmarkt autonome Robotik. Nach dem Sprung von 0,20 EUR auf 0,30 EUR macht die Aktie aktuell eine Verschnaufpause. Damit ergibt sich eine Einstiegschance. Denn die Marktkapitalisierung liegt mit rund 15 Mio. EUR weiterhin auf einem überschaubaren Niveau.
First Hydrogen treibt die Entwicklung eines neuartigen unbemannten Bodenfahrzeugs (UGV) voran. Dabei wurde zuletzt eine bedeutende Leistungs- und Effizienzoptimierung inklusive amphibischer Fähigkeiten geschützt. Die Plattform soll die Lücke zwischen schweren, teuren Kettenfahrzeugen und weniger belastbaren Roboterlösungen schließen. Herzstück ist eine patentierte Hybridarchitektur mit acht gelenkigen Bein-Rad-Fahrzeugen, die auch in schwierigem Gelände hohe Stabilität, Geschwindigkeit und Nutzlastkapazität ermöglichen. Durch austauschbare Einsatzmodule kann das System flexibel für Logistik, Überwachung, Drohnenunterstützung oder Sicherheitsanwendungen eingesetzt werden.
Das UGV adressiert Anwendungen in Industrieautomatisierung, Verteidigung, kritischer Infrastruktur sowie der sogenannten „letzten Meile“ im Lieferverkehr. Gerade in abgelegenen oder gefährlichen Einsatzgebieten können autonome Systeme Kosten senken, die Sicherheit erhöhen und Personaleinsätze reduzieren. Dabei ist zu beachten, dass First Hydrogen auch Erfahrung im Bereich der Wasserstoff-Brennstoffzellen hat und diese mit autonomen Steuerungssystemen und moderner Robotik in einer gemeinsamen Plattform verschmelzen könnte.
Mit der Verbindung von Robotik und Drohnen adressiert First Hydrogen Milliardenmärkte. Laut Mordor Intelligence soll der weltweite Robotikmarkt von derzeit rund 88 Mrd. USD bis 2031 auf knapp 219 Mrd. USD wachsen. Die Perspektiven im Drohnenmarkt sind ähnlich stark. Grand View Research erwartet hier ein Wachstum von rund 84 Mrd. USD im Jahr 2025 auf über 182 Mrd. USD bis 2033.
Renk: Bald neue Impulse?
Die Renk-Aktie hat den Ausbruchsversuch über die Marke von 60 EUR frühzeitig abgebrochen. In den vergangenen fünf Handelstagen ging es um rund 7 % in den Keller. Damit droht der Kurs unter 50 EUR abzurutschen. Analysten halten sich derzeit auffällig zurück. Zuletzt hatte sich Jefferies am 22. Mai geäußert. Die Analysten bekräftigten die Kaufempfehlung. Allerdings wurde das Kursziel von 78 EUR auf 70 EUR reduziert.
Vielleicht gibt es Mitte Juni neue Impulse für Renk und den gesamten Rüstungssektor. Denn am 15. Juni startet die Eurosatory 2026 und in einem solchen Rahmen könnte der eine oder andere Deal verkündet werden. Auf der Verteidigungsmesse in Paris wird Renk die neue Technologieagenda „NextGen Mobility“ vorstellen. Im Fokus stehen Antriebslösungen für zukünftige militärische Fahrzeuge, die den steigenden Anforderungen an Energieeffizienz, Digitalisierung, Autonomisierung und geringe Aufklärbarkeit gerecht werden sollen. So wird der deutsche Rüstungskonzern beispielsweise gemeinsam mit dem finnischen Verteidigungsunternehmen Patria ein unbemanntes Bodenfahrzeug (UGV) vorstellen. Das UGV basiert auf der TRACKX-Plattform von Patria und ist mit dem Getriebe HSWL 076 von Renk ausgestattet. Es ist für autonome Fahrzeuge und sogenannte Manned-Unmanned-Teaming-Konzepte ausgelegt.
Darüber hinaus stellt Renk das neue Getriebe ESM 280 für mittlere bis schwere gepanzerte Radfahrzeuge vor. Damit will man den Markt für Radfahrzeuggetriebe erschließen. Neben Antriebssystemen zeigt Renk auf der Messe auch Fahrwerks-, Federungs- und Elektrifizierungslösungen für militärische Plattformen.
Plug Power: Aktie nicht zu stoppen
Während Renk und insbesondere First Hydrogen über Robotik-Fantasie verfügen, wird die Aktie von Plug Power seit Wochen von der KI-Fantasie angetrieben. So hat sich das Wertpapier des Wasserstoff-Urgesteins seit Februar mehr als verdoppelt. In der laufenden Woche gelang der Sprung über die Marke von 4 USD.
Zuletzt hat das Unternehmen den Mittelzufluss in Höhe von 39,2 Mio. USD gemeldet. Aktionäre dürfte freuen, dass dies ohne Verwässerung ihrer Beteiligung erfolgt. Dafür hat Plug Power ein bundesstaatliches US-Steuerguthaben (Investment Tax Credit, ITC) verkauft. Das Steuerguthaben steht im Zusammenhang mit der Wasserstoffverflüssigungsanlage in St. Gabriel im Bundesstaat Louisiana, die über das Gemeinschaftsunternehmen Hidrogenii mit der Olin Corporation betrieben wird. Die Transaktion ist Teil der Strategie des Unternehmens, die Liquidität zu stärken, Kapital effizienter einzusetzen und zusätzliche Werte aus seinem wachsenden Wasserstoffnetzwerk zu erschließen.
Die Anlage in St. Gabriel wurde im April 2025 in Betrieb genommen und zählt laut Plug zu den größten Wasserstoffverflüssigungsanlagen Nordamerikas. Sie verfügt über eine Kapazität von bis zu 15 Tonnen Wasserstoff pro Tag und ist ein wichtiger Bestandteil der US-Wasserstoffinfrastruktur von Plug Power. Zusammen mit den Standorten in Georgia, Tennessee und Louisiana verfügt das Unternehmen derzeit über eine Produktionskapazität von rund 40 Tonnen Flüssigwasserstoff pro Tag. Das Management sieht die Monetarisierung von Steuergutschriften als wichtigen Baustein zur Finanzierung des weiteren Ausbaus seines integrierten Wasserstoffnetzwerks in den USA. Bereits Anfang 2025 hatte Plug Power ein weiteres ITC im Wert von 30 Mio. USD aus seiner Anlage in Georgia veräußert.
Fazit
Plug Power muss die Kursrally bald mit operativer Entwicklung untermauern, sonst droht ein Abverkauf. Bei First Hydrogen könnte die Neubewertung erst am Anfang stehen. Das Potenzial im Bereich der Drohnen und Roboter ist jedenfalls riesig. Ein Kauf der Renk-Aktie drängt sich derzeit nicht auf. Der Versuch, neue Segmente abseits der Getriebe für schwere Panzer zu erschließen, ist sicher richtig.
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