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03.05.2022 | 06:00

Tech-Aktien – wo ist die Party vorbei? Alibaba, Wallstreet:Online, PayPal

  • Technologie
Bildquelle: pixabay.com

Digitale Geschäftsmodelle galten für Jahre als das Nonplusultra. Doch der zurückliegende April hat Titel wie Alibaba oder auch PayPal abgestraft – teils sogar sehr deutlich. Die Frage ist nun: Endet das Zeitalter der Wachstumsunternehmen oder sind die aktuellen Kurse womöglich gar eine gute Gelegenheit? Und: Welche Faktoren spielen womöglich zusätzlich noch eine Rolle? Wir nehmen ein paar Kandidaten unter die Lupe.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: PAYPAL HDGS INC.DL-_0001 | US70450Y1038 , ALIBABA GR.HLDG SP.ADR 8 | US01609W1027 , WALLSTREET:ONLINE INH ON | DE000A2GS609

Inhaltsverzeichnis:


    Alibaba: Diese China-Aktie steckt im Schlamassel

    Die Aktie von Alibaba hat auf Sicht von einem Monat rund 12% ihres Wertes verloren. Die Entwicklung ist aber unbedingt im Kontext des rasanten Anstieges des Kurses Ende März zu sehen. Unterm Strich könnte der schwache April für Alibaba nur eine Korrektur gewesen sein. Schon seit Monaten stehen Aktien aus China immer wieder unter Druck. Erst sorgten die zunehmenden Einmischungen Pekings für schlechte Stimmung, dann zogen deswegen immer mehr Anleger ihr Kapital ab, was China-Aktien zusätzlich in Verruf brachte. Doch wie steht es eigentlich fundamental um Alibaba?

    Das Unternehmen ist für den chinesischen Markt so etwas wie eine Mischung aus Amazon und eBay. Zusätzlich bietet es auch Medien- und Cloud-Dienste an. Insgesamt hat Alibaba rund 200 Tochtergesellschaften und beschäftigt 250.000 Mitarbeiter. Aufgrund der schieren Größe muss Alibaba Konkurrenz nicht fürchten und hat zudem viele Kunden in sein Ökosystem gezogen, was eine intensive Kundenbindung begünstigt. Tochter-Unternehmen, wie der eigene Logistik-Dienstleister Cainiao, ergänzen die Kernbereiche perfekt und verdienen zudem noch am allgemeinen Trend hin zu mehr E-Commerce mit. Alibaba bleibt eine gute Aktie. Langfristig ist der Wert aber in einem klaren Abwärtstrend gefangen. Auf kurzfristige Sicht gibt es bessere Alternativen.

    Wallstreet:Online: Fortschritt, vom Markt verkannt

    Wenn es um digitale Lösungen geht, fällt unter deutschen Nebenwerte-Investoren immer auch der Name von Wallstreet:Online. Das Unternehmen rund um das gleichnamige Börsenportal hat längst viel mehr zu bieten als hitzige Diskussionen rund um die neuesten Hot Stocks. Inzwischen zählen mehrere Finanz-Webseiten zum Netzwerk und mit dem Smartbroker auch eine von Kunden gut angenommene Brokerage-Lösung, die die Lücke zwischen modernen Neobrokern und etablierten Premium-Anbietern schließen soll. Inzwischen gehört der Smartbroker zu 100% zu Wallstreet:Online. Das soll Voraussetzung für zusätzliches Geschäft sein.

    Schon vor Monaten tat Wallstreet:Online kund, das Handeln von Wertpapieren noch enger mit dem eigenen Medienangebot verzahnen zu wollen. Da Wallstreet:Online als der größte verlagsunabhängige Betreiber von Börsenportalen gilt, könnte sich diese Verzahnung lohnen. Während die Konkurrenz üppige Marketing-Budgets investieren muss, bleibt das Geld bei Wallstreet:Online im Unternehmen. Im zweiten Halbjahr will der Broker einen Relaunch wagen und Kunden neben neuen Produkten auch ein innovatives Nutzer-Erlebnis bieten. Zwar läuft die Börse aktuell nicht so gut, doch könnte das eine Chance sein: Wallstreet:Online scheint gut positioniert, um auch in einem schwierigen Marktumfeld punkten zu können. Die Aktie ist heute 27% günstiger als vor einem Jahr. Aus charttechnischer Sicht zeichnet sich eine vorsichtige Stabilisierung ab.

    PayPal: Gründe für 60% Verlust in einem Jahr

    Minimal wieder nach oben ging es zuletzt auch für PayPal – mit einem Verlust um 62,2% auf Jahressicht steht es aber trotzdem noch immer mies um die Aktie. Woran liegt der Ausverkauf? Aktien wie PayPal haben durch die Pandemie einen Schub bekommen. Inzwischen fällt das Umsatzwachstum aber nicht mehr so deutlich aus. Im ersten Quartal war der Zuwachs nur noch einstellig, nach Werten über 20% in der Pandemie. Doch rechtfertigt das Kursverluste von rund 62% auf Jahressicht? PayPal hat auch weiterhin ein funktionierendes Geschäftsmodell. Möglicherweise war die Aktie vor einem Jahr deutlich überbewertet, weswegen der Crash zumindest nachvollziehbar erscheint.


    Während sowohl Alibaba als auch PayPal aus langfristiger Sicht charttechnisch schwer angeschlagen sind, sieht der Kursverlauf bei Wallstreet:Online auf Sicht von drei Jahren noch immer positiv aus. Die Aktie hat eingebüßt, bleibt aber eine Erfolgs-Story. Da das Unternehmen aus Berlin zudem auch operativ noch einige Pfeile im Köcher zu haben scheint, könnte die Aktie schon bald wieder interessant werden.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

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    Risikohinweis

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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