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18.11.2024 | 05:05

Übernahmefantasie und Momentum: BioNTech, Rheinmetall, Vidac Pharma Aktie

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Bildquelle: pixabay.com

BioNTech will seine Pipeline für den Kampf gegen Krebs stärken und die chinesische Biotechfirma Biotheus übernehmen. Dafür legen die Mainzer für das auf die Entwicklung von Therapien für Krebs- und Autoimmunerkrankungen spezialisierte Unternehmen bis zu 950 Mio. USD auf den Tisch. Dies ist das jüngste Beispiel für Übernahmen im Krebsbereich. Da erscheint Vidac Pharma mit knapp über 30 Mio. EUR günstig bewertet zu sein. Dies sehen auch Analysten so. Immerhin arbeitet Vidac an einer revolutionären Krebstherapie. Während die Vidac-Aktie im zweiten Halbjahr angesprungen ist, hat Rheinmetall konsolidiert. Gelingt der Rüstungsaktie mit Rückenwind durch Trump der Ausbruch nach oben?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , VIDAC PHARMA HOLDING PLC | GB00BM9XQ619

Inhaltsverzeichnis:


    Vidac Pharma: Übernahmekandidat mit revolutionärer Krebsbehandlung

    Die Aktie von Vidac Pharma gehört zu den Highflyern des zweiten Halbjahres. Von Ende Juni bis Mitte Oktober explodierte die Biotech-Aktie von 0,19 EUR auf 1 EUR. Derzeit notiert sie bei 0,60 EUR und bietet ein attraktives Kaufniveau. Denn Vidac arbeitet an einem revolutionären Ansatz bei der Krebstherapie. Für den Kandidaten VDA-1102 bei fortgeschrittener aktinischer Keratose (AK), einer frühen Form von Hautkrebs, wird gerade eine zweite klinische Phase-2b-Studie vorbereitet. Dafür hat man bei bestehenden Investoren und dem Management 600.000 EUR eingesammelt. Dies ist ein starker Vertrauensbeweis.

    VDA-1102 erwies sich bereits als sicher und wirksam bei der Behandlung des kutanen T-Zell-Lymphoms, für das Vidac eine Proof-of-Concept-Studie der Phase 2a abgeschlossen hat. Die Ergebnisse sollen bald veröffentlicht werden. Mit seinem Ansatz will Vidac Pharma eine völlig neue Klasse von Krebsmedikamenten aufbauen. Ziel ist es, den abnormalen Stoffwechsel von Krebszellen zu stoppen und damit deren Vermehrung. Und zwar bei allen Arten von Krebszellen! Aufgrund der überzeugenden Studienergebnisse hat das US-amerikanische Patent- und Markenamt (USPTO) bereits ein Patent auf die Wirkungsweise der onkologischen und onko-dermatologischen Therapiekandidaten erteilt.

    Auch die Analysten von Sphene Capital sind von dem Potenzial der neuen Krebsbehandlung überzeugt. Sie empfehlen die Vidac-Aktie mit einem Kursziel 4,90 EUR im Base-Case-Szenario zum Kauf. Übrigens: Beim aktuellen Kurs von 0,60 EUR bringt das Unternehmen nur knapp mehr als 30 Mio. EUR auf die Börsenwaage. Die jüngste Übernahme von BioNTech zeigt, dass dies ein Schnäppchen ist.

    BioNTech: Lässt sich Übernahme bis zu 950 Mio. USD kosten

    Die Übernahme von Biotheus lässt sich BioNTech mindestens 800 Mio. USD kosten. Erreicht das chinesische Biotech-Unternehmen bestimmte Meilensteine werden weitere 150 Mio. USD fällig. Wie gesagt: Vidac Pharma wird derzeit mit knapp über 30 Mio. EUR bewertet. Biotheus ist ein Biotechnologie-Unternehmen in der klinischen Phase, das sich der Entdeckung und Entwicklung innovativer Antikörper widmet, um den ungedeckten medizinischen Bedarf von Patientinnen und Patienten mit Krebs oder entzündlichen Erkrankungen zu adressieren. Biotheus und BioNTech arbeiten bei der Entwicklung bereits zusammen.

    „Die Übernahme von Biotheus baut auf unserer erfolgreichen laufenden Kollaboration zu BNT327/PM8002 und anderen bispezifischen Antikörperkandidaten auf“, sagte Prof. Dr. Ugur Sahin, CEO und Mitgründer von BioNTech. „Wir glauben, dass BNT327/PM8002 das Potenzial hat, in mehreren onkologischen Indikationen einen neuen Behandlungsstandard zu setzen, der über die traditionellen Checkpoint-Inhibitoren hinausgeht. Wir sind entschlossen, die Forschung und Entwicklung von BNT327/PM8002 in Kombination mit unseren Prüfpräparaten in den Bereichen der mRNA-Impfstoffe, zielgerichteten Therapien und Immunmodulatoren voranzutreiben, um die Behandlungsergebnisse für Patientinnen und Patienten mit soliden Tumoren zu verbessern.“

    Die Analysten von Goldman Sachs bewerten die Übernahme als positiv und haben ihre Kaufempfehlung bekräftigt. Das Kursziel liegt bei 137 USD. Ende vergangener Woche wurden die Aktien von BioNTech und Moderna durch die Ankündigung belastet, dass Robert F. Kennedy von Donald Trump als nächster Gesundheitsminister der USA vorgesehen ist. Kennedy gilt als Impfgegner.

    Rheinmetall: Ausbruch gelungen?

    Übernahmefantasie gibt es zwar bei Rheinmetall nicht, aber dafür nimmt die Aktie wieder Momentum auf. In der vergangenen Woche ist das Wertpapier des größten deutschen Rüstungskonzerns immerhin von 468 EUR auf rund 575 EUR gestiegen. Damit befindet sie sich auf Jahreshoch und scheint die seit April andauernde Seitwärtsbewegung beendet zu haben. Insgesamt gelten Rüstungsaktien als Trump-Gewinner. Der kommende US-Präsident wird Europa wieder stärker in die Pflicht nehmen und auf die Einhaltung des 2 %-Ziels bei Rüstungsausgaben drängen. Auch in der Ukraine wird sich Europa voraussichtlich stärker engagieren müssen.

    Das Risiko für die Rheinmetall-Aktie ist, dass es Trump tatsächlich gelingt, den Krieg zwischen der Ukraine und Russland zu beenden. Dies dürfte jedoch eher für einen kurzfristigen Kursrutsch sorgen. An der langfristigen Aufrüstung Europas dürfte sich nichts ändern.

    Optimistisch für die Rheinmetall-Aktie sind unter anderem die Analysten von Hauck Aufhäuser. Sie erwarten eine Fortsetzung des dynamischen Wachstums. Daher empfehlen sie die Aktie des DAX-Konzerns mit einem Kursziel von 680 EUR zum Kauf.


    Fazit

    Rheinmetall bleibt ein Basisinvestment im Rüstungssektor. Allerdings kann es bei einem Kriegsende in der Ukraine – oder Gerüchten dazu – zu einem empfindlichen Kursrutsch kommen. Vidac Pharma ist wie die BioNTech-Übernahme Biotheus in der klinischen Phase. Dabei wird Vidac lediglich mit einem Bruchteil bewertet und verfolgt einen revolutionären Ansatz, der sich für alle Krebsformen eignen könnte. BioNTech ist charttechnisch etwas angeschlagen. Die Marke von 90 EUR sollte nicht unterschritten werden.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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