Menü schließen




07.10.2021 | 06:06

Varta, Enapter, NEL: Wo sich Wasserstoff direkt lohnt

  • Wasserstoff
Bildquelle: pixabay.com

Es ist Wende-Zeit! Noch nie in der Geschichte wird sich so viel verändern, wie in den kommenden fünf Jahren. Die Energiewende stellt unsere Versorgung auf regenerative Energieträger und neue Speichermöglichkeiten um und die Mobilitätswende sorgt dafür, dass bald schon die Elektromotoren auf den Straßen dominieren. Obwohl klar ist, wohin die Reise geht, bieten Aktien rund um die neue Technologie höchst unterschiedliche Chancen. Wir beleuchten drei Titel.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: ENAPTER AG INH O.N. | DE000A255G02 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235

Inhaltsverzeichnis:


    Varta: Hier fehlt der „Saft"

    Varta ist Spezialist für Knopfzellen. Auch alle Träger von Hörgeräten vertrauen auf die leistungsstarken Produkte Made in Germany. Doch um an der Börse zu einer heißen Story zu werden, reicht es nicht, wenn man die Generation 60+ überzeugt hat. Mit der geplanten Expansion ins Feld der Batterien für Elektroautos hat Varta ein Stück Börsen-Geschichte geschrieben. Seit rund einem Jahr steht die Aktie im Fokus von Privatanlegern. In dieser Zeit ging es für den Kurs auf und ab. Zuletzt kam ein wenig Ernüchterung auf. Am Markt machten sich Zweifel breit, ob Varta der Konkurrenz aus Fernost wird standhalten können. Auch zeigten sich einige Analysten ernüchtert und riefen Kursziele nur knapp über der Marke von 100 EUR auf.

    Seitdem dümpelt die Aktie bei über 110 EUR – Fantasie sieht anders aus. Obwohl Varta technologisch überzeugen kann und mit seiner V4Drive-Hochleistungsbatterie gute Karten hat, auch bei Herstellern von Elektroautos punkten zu können, kommt der Wert nicht in Fahrt. Am 11. November legt Varta Zahlen zu den ersten neun Monaten vor. Dann könnte das Unternehmen auch einen Ausblick geben. Nachdem sich der Wert seit seinem Börsengang vervielfacht hat, wird es schwer, neue Rekorde zu erreichen. Der Aktie von Varta fehlt aktuell der „Saft".

    Enapter macht grünen Wasserstoff günstig

    Eine Aktie, die sich trotz turbulenter Zeiten relativ stabil hält, ist Enapter. Der Spezialist für Elektrolyseure zur Herstellung von grünem Wasserstoff steht kurz davor, seine Lösungen im großen Stil zu produzieren. Dazu entsteht aktuell in der Klimakommune Saerbeck auf 80.000 qm der Enapter-Campus. Schon Anfang 2023 sollen dort monatlich 10.000 Elektrolyseure hergestellt werden. Die Technologie dahinter ist vom World Economic Forum als „Technology Pioneer 2021" ausgezeichnet worden und verspricht dank des modularen Einsatzes geringe Kosten für grünen Wasserstoff.

    Während sich viele Konkurrenten rund um regenerative Energie auf Förderprogramme und Subventionen verlassen, will Enapter von Anfang an mit Wirtschaftlichkeit überzeugen. Trotzdem hat auch Enapter Rückenwind von politischer Seite : So unterstützt etwa das Land Rheinland-Pfalz den Maschinenpark für die geplante Massenproduktion mit 9,36 Mio. EUR. Die Aktie von Enapter ist in den vergangenen Monaten zur Ruhe gekommen, zeigt aber im Branchenvergleich durchaus relative Stärke. Das innovative Unternehmen vereint deutsche Ingenieurskunst mit visionärem Anspruch und passt damit gut in die Zeit.

    NEL: Ziel knapp über 1 EUR?

    Eine Ikone des Zeitgeists ist auch die Aktie von NEL. Als Deutschland zwischen Herbst 2020 und Ostern 2021 fast durchgängig im Lockdown saß, malten sich viele Privatanleger eine goldene Zukunft aus. Dabei spielten auch Wasserstoff-Tankstellen und andere Produkte rund um Wasserstoff eine tragende Rolle. Doch wie es bei Tagträumen so üblich ist, unterscheiden sie sich in wesentlichen Punkten von der Realität. Bei NEL passten die eher mickrigen Auftragsvolumina kaum zur Bewertung – die Aktie vervielfachte sich zwischen Herbst 2020 und Frühling 2021. Seitdem stemmt sich NEL ohne Erfolg gegen den Absturz.

    Zuletzt kämpfte der Wert lange an der Marke von 1,30 EUR, verlor diesen Kampf aber inzwischen. Nach unten erscheint das Potenzial damit größer als nach oben. Selbst auf Sicht von einem Jahr ist die Aktie inzwischen tief im Minus. Als nächste mögliche Unterstützungszone bietet sich die Marke von 1,03 EUR an. Eine nachhaltige Trendwende bei NEL könnten nur Aufträge mit großem Volumen auslösen.


    Während bei NEL und Varta die Luft raus zu sein scheint, hält sich die Aktie von Enapter vergleichsweise stabil. Das könnte daran liegen, dass sich Enapter auf die preisgünstige Herstellung grünen Wasserstoffs fokussiert, statt schon heute an die Verteilung dessen zu denken. Zwar herrscht rund um die Aktie aktuell keine Kaufpanik, doch sind das für antizyklische Investoren gute Voraussetzungen, sich intensiv mit Unternehmen und Aktie auseinanderzusetzen.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH behält sich im Übrigen vor, künftig entgeltliche Auftragsbeziehungen mit dem Unternehmen oder mit Dritten in Bezug auf Berichte zu dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird einzugehen. Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.esg-aktien.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Fabian Lorenz vom 22.05.2026 | 04:30

    Paukenschlag bei Plug Power! Steyr Motors und HPQ Silicon vor kräftigem Wachstum!

    • Rüstung
    • Energie
    • Drohnen
    • Wasserstoff

    Paukenschlag bei Plug Power. Der Wasserstoffspezialist kommt bei einem Großauftrag endlich voran. Nur über Aufträge wie diesen kann es wohl gelingen, endlich profitabel zu werden und die sportliche Bewertung zu rechtfertigen. Während Plug Power auf Elektrolyse setzt, will HPQ Silicon die Wasserstoffproduktion durch Hydrolyse revolutionieren. Und dies ist nicht der einzige Wachstumstreiber des Unternehmens. Auch bei Batterien will man durch neue Komponenten die Leistungsfähigkeit auf ein neues Level heben. Tests in Drohnen überzeugen bereits und Experten nennen es "die stille Batterie-Revolution". Überzeugt hat die Aktie von Steyr Motors im Abverkauf des Rüstungssektors mit relativer Stärke. Gestern sprang die Aktie dann um rund 7 % nach oben. Analysten sehen noch deutlich mehr Kurspotenzial für den Anbieter von Spezialmotoren.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Fabian Lorenz vom 12.05.2026 | 05:30

    KURSRUTSCH bei Nel ASA und Evotec! KURSCHANCE bei HPQ Silicon!

    • drohnen
    • batterien
    • Wasserstoff
    • biotechnologie

    Steht die Aktie von HPQ Silicon vor einer Neubewertung? Dafür gibt es jedenfalls gute Gründe. Die Hochleistungsbatterien haben erneut überzeugt. Damit könnte für Anwendungen in Drohnen, Verteidigung, Mobilität und High-End-Elektronik ein bedeutender Technologiesprung bevorstehen. Ein Technologiesprung soll die neue Generation druckbetriebener alkalischer Elektrolyseure von Nel ASA darstellen. An der Börse sorgte die Meldung jedoch für einen Abverkauf der Aktie. Anleger hatten nach der Rally wohl auf eine größere News spekuliert. Ernüchterung auch bei Evotec. Der Vorstand gab im Rahmen der Q1-Zahlen einen optimistischen Ausblick. Doch Umsatz und EBITDA im ersten Quartal überzeugten zunächst nicht. Die Kursziele der Analysten gehen weit auseinander.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Fabian Lorenz vom 04.05.2026 | 04:30

    KAUFEN oder VERKAUFEN? thyssenkrupp nucera, Nordex, Pure One Aktie im Check!

    • Energie
    • Wasserstoff
    • Brennstoffzelle
    • windkraft

    Die Aktie von Nordex hat im laufenden Jahr viel Rückenwind. Operativ läuft es glänzend. Doch vielleicht ist die Aktie zu stark gelaufen? Ist eine Korrektur um 20 % möglich? Dies glauben Analysten und raten zum Verkauf. Dagegen soll bei Pure One im laufenden Jahr der Durchbruch gelingen. Die Australier arbeiten an Nutzfahrzeugen mit Brennstoffzellen und Batterie. In beiden Bereichen gibt es Erfolge. Die Aktie wird auf Tradegate gehandelt und könnte dieses Jahr durchstarten. Dagegen hat thyssenkrupp nucera zuletzt mit einer Gewinnwarnung enttäuscht. Ist damit der Boden erreicht? Analysten sehen jedenfalls eine Kaufchance. Sie erwarten in den kommenden Jahren ein deutliches Wachstum bei Umsatz und Gewinn.

    Zum Kommentar