Menü schließen




30.05.2023 | 06:00

Wasserstoff-Paukenschlag – wo es jetzt schnell gehen kann: Plug Power, NEL, dynaCERT

  • Wasserstoff
  • Klimawende
Bildquelle: pixabay.com

Grüner Wasserstoff wird für die Industrie zur Schlüsseltechnologie für die Klimawende. Wie die Wirtschaftswoche berichtet, sollen bis 2030 in Europa satte 13 Mio. t Wasserstoff jährlich produziert werden. Doch noch hapert es an den dafür nötigen Investitionen. In den USA flossen bereits 10 Mrd. USD in Wasserstoff-Projekte - in Europa erst 7 Mrd. USD. Damit Europa seine Ziele erreichen kann, muss es schneller gehen. Soviel scheint aber bereits sicher: Unternehmen aus der Wasserstoff-Branche stehen vor einer spannenden Phase – wir beleuchten drei Aktien.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , DYNACERT INC. | CA26780A1084

Inhaltsverzeichnis:


    NEL und Plug Power: Es geht voran – Aktien schon teuer

    Dass es mit konkreten Wasserstoff-Projekten vorangeht, sieht man schon beim Scrollen durch die Unternehmensmeldungen des norwegischen Wasserstoff-Spezialisten NEL. Waren es vor einigen Jahren noch eher kleine Aufträge, die die Norweger an Land zogen, dreht man bei NEL inzwischen ein größeres Rad. Erst Anfang Mai vermeldete man den Bau einer Wasserstoff-Fabrik im US-Bundesstaat Michigan für 400 Mio. USD. Das Projekt liegt in der Nähe von General Motors in Detroit. Beide Unternehmen arbeiten bereits seit längerem zusammen.

    Derartige Projekte sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass das mit rund 2 Mrd. EUR bewertete Unternehmen noch immer keine Gewinne macht und zunehmend von anderen Unternehmen Konkurrenz bekommt. Unternehmen, wie etwa BP, machen inzwischen auch in Wasserstoff. In Australien hat der Öl-Multi ein etwa 23.000 ha großes Areal gekauft, um dort PV-Anlagen zu installieren und letztlich grünen Wasserstoff herstellen zu können. Auch Wasserstoff-Legende Plug Power, das seit Jahrzehnten danach strebt, mit seinem Geschäft in die Gewinnzone zu kommen, ist längst nicht ohne Konkurrenz. Das Unternehmen verbrennt weiter Kapital, um seinen Wachstumskurs beibehalten zu können. Zuletzt wurde bekannt, dass Plug Power auf weitere Mittel zurückgreifen kann, um den bisherigen Kurs bis mindestens 2024 durchhalten zu können. Diese Nachrichten sorgten an der Börse für Erleichterung und schickten die Aktie von Plug Power nach oben.

    dynaCERT: Großauftrag spricht für Neubewertung – weitere News in der Pipeline?

    Auch beim kanadischen Wasserstoff-Unternehmen dynaCERT kommt es in dieser Woche zu einem Kursfeuerwerk. Was ist geschehen? Am Freitag meldete das Unternehmen einen Großauftrag über 3.000 HydraGEN-Einheiten für das Öl- und Gaslogistik-Unternehmen Bristol & Bristol Inc. in Guyana. Erste Teilzahlungen wurden bereits geleistet, weitere Einheiten sollen bis 30. Juli und 30. September ausgeliefert werden. Der Großauftrag ist für dynaCERT deswegen so bedeutsam, weil das Unternehmen seit Jahren daran arbeitet, den kommerziellen Durchbruch zu erreichen. Ende des vergangenen Jahres vermeldete dynaCERT bereits Aufträge aus dem Minen-Sektor und deutete eine positive Resonanz von Seiten potenzieller Kunden an.

    Dass es bei dynaCERT nicht bei Ankündigungen bleibt, zeigt der jetzt vermeldete Großauftrag. Wie dynaCERT beim International Investment Forum (IIF) verlauten ließ, läuft die Produktion aktuell auf Hochtouren und umfasst auch hochpreisige HydraGEN-Einheiten, wie sie etwa in schweren Maschinen im Bergbau benötigt werden. Angesichts der Marktkapitalisierung von zuletzt nur rund 61 Mio. EUR stehen die Chancen gut, dass auch die Aktie von dynaCERT einen Turnaround vollzieht. Noch vor wenigen Tagen notierte der Wert auf einem Niveau, das eher eine Insolvenz, denn einen operativen Durchbruch angedeutet hat. Seitdem schoss die Aktie nach oben, notiert aber auch weiterhin nur auf dem Niveau von vergangenem Herbst. Nachdem dynaCERT noch vor rund sechs Wochen erfolgreich Kapital aufgenommen hat, eine Absichtserklärung mit Cipher Neutron über die Lieferung von Elektrolyseuren vermeldete und nun auch mit seinen Diesel-Umrüstkits am Markt punkten kann, sollten Anleger den Wert auf dem Schirm haben.

    Ist das der Zock des Jahres?

    Während Plug Power und NEL mit 4,6 Mrd. bzw. 2 Mrd. EUR bewertet sind, kann die Marktbewertung von dynaCERT in Höhe von rund 61 Mio. EUR eine große Chance auf hohe und zugleich schnelle Gewinne sein. Bereits seit Monaten steht bei dynaCERT zudem die Zertifizierung durch Verra an – dynaCERT könnte dann mit seiner HydraGEN-Technologie sogar CO2-Zertifikate generieren. Der bisherige Plan sieht vor, dass sich Kunden und dynaCERT die generierten Zertifikate teilen. Das heißt, dass 50 % der Zertifikate bei dynaCERT verbleiben sollen - perspektivisch könnte das ein weiterer, zusätzlicher Ertrags-Strom für das Unternehmen sein.


    Bei dynaCERT stehen viele Zeichen auf Comeback. Mutige Investoren können die Entwicklung begleiten, von einer erhöhten Volatilität ist jedoch auszugehen. Im Gegenzug winkt kurzfristig ein Positiv-Trend, der sich jeglichen Einflüssen von Seiten des Gesamtmarkts entziehen könnte und für eine dynamische Aufwärtsbewegung sorgen kann.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) derzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen hält bzw. halten und auf deren Kursentwicklungen spekulieren. Sie beabsichtigen insofern Aktien oder andere Finanzinstrumente der Unternehmen zu veräußern bzw. zu erwerben (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
    Es besteht insofern ein konkreter Interessenkonflikt bei der Berichterstattung zu den Unternehmen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
    Es besteht auch aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.esg-aktien.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Nico Popp vom 04.09.2023 | 05:30

    E-Auto-Skepsis & Ladesäulen-Posse: BMW, BYD, dynaCERT

    • E-Auto
    • Wasserstoff

    „Ist es klug (…) ohne eigenen Zugang zu essenziellen Batterierohstoffen nur diese eine Technologie zu fördern?" BMW-CEO Oliver Zipse zeigte sich zuletzt im Handelsblatt-Interview durchaus kritisch gegenüber der Elektromobilität. Zwar will BMW mit der „Neuen Klasse" ab 2025 elektrisch durchstarten und die Technologieführerschaft übernehmen, doch sieht selbst der BMW-Chef die starke Konkurrenz aus China. Wie die automobile Zukunft aussehen könnte und wo möglicherweise Chancen lauern.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 16.08.2023 | 05:20

    Wasserstoff-Betrug und harte Fakten: Nikola, Plug Power, First Hydrogen

    • Wasserstoff

    Die etwas makabre Geschichte hinter einem Dead-Cat-Bounce ist schnell erzählt: Wenn eine Aktie nach einem langen Ausverkauf rapide ansteigt, bezeichnen Anleger aus dem Bärenlager das oft als Dead-Cat-Bounce. Dahinter steckt der etwas flapsige Spruch, dass selbst eine tote Katze vom Boden abprallen würde, sofern man sie nur von weit oben fallen lässt. Das beste Beispiel für einen solchen Dead-Cat-Bounce zeigt aktuell die Aktie des Wasserstoff-Spezialisten Nikola. Während Investoren über das Unternehmen aus den USA diskutieren, zeichnet sich im Hintergrund um ein Unternehmen aus der zweiten Reihe eine Erfolgsgeschichte ab.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 17.07.2023 | 06:00

    Die Stunde der ProblemLÖSER: BASF, BYD, dynaCERT

    • Wasserstoff
    • Industrie

    Die Transformation der Industrie läuft nicht reibungslos ab. Bestes Beispiel ist die jüngste Gewinnwarnung des Chemiekonzerns BASF. Schon zuvor hatten Lanxess oder auch die Schweizer von Clariant ihre Prognosen kassiert. Der Grund: Die Erholung der Wirtschaft werde im zweiten Halbjahr zögerlicher verlaufen, als zuvor angenommen. Wenn es in der Weltwirtschaft hakt, spüren das Chemiekonzerne mit als erstes – sie stellen viele wichtige Grundstoffe her und sind mit vielen anderen Branchen verknüpft. Zwar sieht BASF die Nachfrage nach Basischemikalien bereits auf einem niedrigen Niveau, das nicht weiter sinken dürfte, doch zeichnet sich auch keine Erholungs-Dynamik ab.

    Zum Kommentar