Menü schließen




14.12.2022 | 05:30

Wasserstoff: Wo es eng wird, wo Chancen lauern - NEL, First Hydrogen, Amazon

  • Wasserstoff
Bildquelle: pixabay.com

Wasserstoff nimmt Fahrt auf! Im Norden Deutschlands gingen zuletzt die ersten Wasserstoff-Züge in den Linienverkehr. Gleichzeitig tüfteln Entscheider aus Spanien, Frankreich und Portugal gemeinsam mit der EU an einer Wasserstoff-Pipeline von Barcelona nach Marseille. Ab 2030 soll grüner Wasserstoff darüber indirekt auch nach Deutschland fließen. Wir stellen Unternehmen vor, die profitieren könnten und schon heute die Weichen für morgen stellen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , AMAZON.COM INC. DL-_01 | US0231351067

Inhaltsverzeichnis:


    NEL: Die Konkurrenz wächst

    Das norwegische Unternehmen NEL ist einer der Pioniere, wenn es um Erzeugung, Speicherung und Transport von Wasserstoff geht. Während der vergangenen Jahre steigerte das Unternehmen seine Umsätze und zog immer bedeutendere Aufträge an Land. Das macht auch der gesamten Branche Hoffnung. Der wachsende Zuspruch zu Wasserstoff lockt aber auch Konkurrenz an: Viele Industrieunternehmen haben inzwischen ein eigenes Geschäft mit Wasserstoff. Unternehmen wie NEL verlieren damit ein Alleinstellungsmerkmal.

    Daher ist es auch kein Wunder, dass der Kurs von NEL trotz der operativen Fortschritte mehr und mehr schwächelt: Dem Unternehmen schwimmen im Wettlauf um Marktanteile ein wenig die Felle davon. Der Chart der Aktie zeigt seit Monaten einen Abwärtstrend. Das nächste relative Tief könnte den Wert erneut unter die Marke von 1 EUR führen. Es scheint, als sei die große Zeit von NEL vorbei.

    First Hydrogen: Wasserstoff-Wert mit Perspektive

    Während NEL nach und nach an Bewertung einbüßt, geht es bei First Hydrogen nach oben. Warum? Das Unternehmen fokussiert sich darauf, leichte Nutzfahrzeuge mit Wasserstoff auf die Straße zu bringen. Dabei setzt First Hydrogen auf etablierte Karosserien und neueste Wasserstoff-Technologie. In Großbritannien haben potenzielle Kunden die Möglichkeit, Prototypen von First Hydrogen zu testen. Ende November wurde zudem bekannt, dass das Unternehmen die Stadt Shawinigan in der kanadischen Provinz Québec dazu ausgesucht hat, Produktionsstandort für Nordamerika zu werden. „"Der Zuspruch der Kunden und die starke Unterstützung durch die Politik in Quebec und Kanada haben uns davon überzeugt, dass es jetzt an der Zeit ist, dieses erste Projekt voranzutreiben. Der Beginn der technischen Studien ist für Anfang 2023 geplant. Unsere heutige Ankündigung fällt mit der Vorstellung unseres leichten Nutzfahrzeugs der nächsten Generation mit Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb in den kommenden Wochen zusammen", so First-Hydrogen-Chairman und CEO, Balraj Mann gegenüber der kanadischen Webseite The Market Herald.

    Nachdem die Aktie im Spätsommer auf rund 4,50 EUR geklettert war, pendelt der Wert aktuell um 3 EUR -- noch um den Jahreswechsel notierte die Aktie bei 1 EUR. Anleger von First Hydrogen setzen auf die Perspektive des Unternehmens. Gerade leichte Nutzfahrzeuge bieten sich an, um auf Wasserstoff umgerüstet zu werden. Flotten von Logistik-Dienstleistern werden zudem regelmäßig erneuert, sodass hier ein großer Markt wartet. Seitdem geringere CO2-Emissionen für Unternehmen bares Geld sind, rücken innovative Lösungen, wie etwa die von First Hydrogen, in den Fokus.

    Amazon: Mehr Welt-Konzern bleibt interessant

    Längst von Wasserstoff überzeugt ist Handels-Riese Amazon. Im vergangenen Sommer schloss das Unternehmen einen Vertrag mit Plug Power über die Lieferung von Wasserstoff und beteiligte sich zugleich im Wasserstoff-Innovationsführer. Für Amazon macht der Einstieg ins Wasserstoff-Geschäft Sinn: Riesige Logistik-Zentren bieten Platz für PV-Anlagen und die Amazon-Flotte würde mit Wasserstoff-Antrieben CO2-neutral. Vergangene Woche während des International Investment Forums (IIF) bestätigte First Hydrogen noch, mit großen Namen der Branche in Gesprächen zu sein -- genauere Einblicke konnte man jedoch nicht geben. Ob sich ein derartiger Zukauf für Amazon lohnen würde oder ob der Handels-Gigant, der auch Tech-Konzern ist, selbst ein Geschäft mit Wasserstoff-Fahrzeugen aufbaut, ist ungewiss.

    PV-Anlage auf einem Dach von Amazon. (Foto: Amazon)

    Von einer möglichen Wasserstoff-Sparte dürften Amazon-Aktionäre ohnehin nur geringfügig profitieren -- zu groß ist das Kerngeschäft von Amazon. Obwohl die Aktie seit einem Jahr deutliche Verluste hinnehmen muss, kann der Wert für langfristige Anleger schon heute wieder interessant sein -- Amazon ist und bleibt ein Welt-Konzern, der auch in Jahrzehnten noch ein solides Geschäft haben wird. Potenzial zum Aufstieg hat auch First Hydrogen. Das Unternehmen treibt sein Geschäft mit Wasserstoff-Fahrzeugen nach und nach aus und entwickelt sich stetig weiter. Zwar sind mit derartigen Wachstums-Storys auch Risiken verbunden, doch sollten Anleger, die Chancen wahrnehmen wollen, die Aktie von First Hydrogen auf dem Schirm haben. Komplexer ist die Situation dagegen bei NEL: Trotz operativer Fortschritte schwächelt der Kurs. Anleger sollten hier womöglich besser Abstand halten.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.esg-aktien.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Nico Popp vom 07.02.2023 | 05:30

    E-Autos vor dem Aus? Mercedes-Benz, dynaCERT, NEL

    • Wasserstoff
    • Elektromobilität

    Was Mobilität ausmacht, wandelt sich. Auch gibt es viele Mobilitätsbegriffe. Für Autobauer ist es zunehmend schwer, sich zu positionieren. Bis auf BMW setzen inzwischen alle großen Hersteller ausschließlich auf E-Autos mit Batterie. Der Trend ist für Entscheider in den großen Konzernzentralen sogar so intakt, dass Typbezeichnungen, die für E-Autos eingeführt wurden, vor dem Aus stehen. Doch nicht alle Autobauer sind davon überzeugt, dass E-Autos das Mittel der Wahl sind.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 24.01.2023 | 05:30

    Wasserstoff-Vision oder Greenwashing? Amazon, First Hydrogen, Plug Power

    • Wasserstoff

    In diesen Tagen sind verschiedene Projekte rund um Nachhaltigkeit in der Kritik, etwa, wenn Unternehmen in Wald investieren, um ihre CO2-Emissionen auszugleichen. Selbst die EU-Kommission muss sich nach ihrer Entscheidung, Erdgas als nachhaltig einzustufen, den Vorwurf des Greenwashings gefallen lassen. Der jetzt angestoßene kritische Diskurs könnte viele Unternehmen unter Beobachtung stellen. Wir erklären, wo Nachhaltigkeit nur PR ist und wo die Wasserstoff-Vision wahr werden kann.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 09.01.2023 | 05:00

    Das bedeutet der Wasserstoff-Deal mit Norwegen: NEL, Volkswagen, dynaCERT

    • Wasserstoff

    Wer im Import-Export-Geschäft tätig ist, der weiß in der Regel, wie man unternehmerisch einen Schnitt macht. Manchmal sind Unternehmer in dieser Branche auch ein wenig zwielichtig – zumindest haftet ihnen dieses Image an. Jetzt will Norwegen groß ins Import-Export-Geschäft einsteigen. Worum es dabei geht, wieso der Deal für den Wasserstoff-Sektor wichtig ist und wie Anleger davon profitieren können, erklären wir in den kommenden drei Minuten.

    Zum Kommentar