26.05.2026 | 05:20
+36 % in wenigen Wochen! TeamViewer überzeugt Mercedes Formel-1-Team! Bald auch X und BioNxt Solutions?
Kursplus von 36 % in nur sechs Wochen! Lag die Börse bei TeamViewer völlig falsch? Ist das deutsche Software-Unternehmen am Ende gar kein KI-Verlierer, sondern ein Gewinner? Für ein abschließendes Urteil ist es sicher noch zu früh, aber die Entwicklung der vergangenen Wochen geht in die richtige Richtung. Reif für ein Comeback könnte die Aktie von BioNxt Solutions sein. Biotech-Unternehmen stehen derzeit im Schatten des KI-Booms. Doch nach dem jüngsten Meldungsfeuerwerk ist BioNxt ein heißer Kauf- und vielleicht sogar Übernahmekandidat. Ein Gewinner eines Friedens im Nahen Osten und der Öffnung der Straße von Hormus könnte die Aktie von TUI sein. Doch auch so trauen Analysten dem Wertpapier Kurssteigerungen zu. Sind 50 % möglich?
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
Bionxt Solutions Inc. | CA0909741062 | CSE:BNXT , OTCQB: BNXTF , TEAMVIEWER AG INH O.N. | DE000A2YN900 , TUI AG | DE000TUAG505
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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BioNxt-Aktie: Wann platzt der Knoten?
Da Biotech-Unternehmen derzeit im Schatten des KI-Booms stehen, ergeben sich immer wieder Kaufchancen. Spätestens nach dem jüngsten Meldungsfeuerwerk ist BioNxt ein heißer Kauf- und vielleicht sogar Übernahmekandidat.
Das kanadisch-deutsche Biotech-Unternehmen ist auf die Entwicklung innovativer Darreichungsformen bereits zugelassener Blockbuster-Wirkstoffe spezialisiert. Durch die eigene sublinguale Schmelzfilmtechnologie können Medikamente innerhalb weniger Jahre marktreif entwickelt werden und dies zu deutlich niedrigeren Kosten und einem deutlich reduzierten Forschungsrisiko.
Allein in den vergangenen vier Wochen hat BioNxt drei Gründe geliefert, sich die Aktie ins Depot zu legen. So hat man beispielsweise die GMP-konforme Herstellung seines sublingualen Cladribin-Dünnfilms in klinischer Qualität abgeschlossen. Die Produktion erfolgte bei einem deutschen Auftragsfertiger in München und dient als Grundlage für die geplante klinische Bioverfügbarkeitsstudie am Menschen. Das Programm BNT23001 richtet sich auf die Behandlung von schubförmiger Multipler Sklerose und anderen neurodegenerativen Autoimmunerkrankungen. Mit der Herstellung des Prüfpräparats sieht sich das Unternehmen für den Übergang in die klinische Phase vorbereitet. Die sublinguale Verabreichung soll unter anderem eine alternative Wirkstoffaufnahme ohne klassische orale Tabletten ermöglichen.
Auch im Milliardenmarkt der Abnehmpräparate will man mitmischen. Dafür hat BioNxt die Entwicklungsphase seines oral löslichen Semaglutid-Films für Ozempic gestartet. Gemeinsam mit der deutschen Gen-Plus GmbH arbeitet das Unternehmen an einer sublingualen Dünnfilmformulierung des GLP-1-Wirkstoffs für Anwendungen im Bereich Adipositas und Typ-2-Diabetes. In der ersten Entwicklungsphase stehen Formulierungsarbeiten, analytische Tests sowie Proof-of-Concept-Untersuchungen im Fokus. BioNxt will damit seine bestehende Dünnfilm-Technologie auf den wachsenden Markt für GLP-1-Therapien ausweiten und setzt dabei auf eine patientenfreundliche Verabreichung ohne Nadel oder Tablette.
Und einen weiteren Milliardenmarkt nimmt man derzeit ins Visier. Demnach prüft BioNxt Solutions den Einsatz seiner proprietären Wirkstoffverabreichungstechnologien im Bereich psychedelischer Therapeutika. Hintergrund sind zunehmende regulatorische und klinische Aktivitäten in Nordamerika und Europa zur Erforschung psychedelischer Wirkstoffe bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder PTSD (Posttraumatische Belastungsstörung). Das Unternehmen verweist auf bestehende Kompetenzen in der Entwicklung psychedelischer Wirkstoffe sowie auf eine eigene Bibliothek entsprechender Verbindungen. Im Mittelpunkt der Strategie stehen sublinguale Dünnfilm- und transdermale Systeme, die eine präzisere und patientenfreundlichere Verabreichung ermöglichen sollen. BioNxt sieht darin Potenzial für skalierbare Anwendungen im Bereich moderner Therapien für Erkrankungen des zentralen Nervensystems.
Die Börse honoriert das Potenzial derzeit kaum. Die Aktie notiert bei 0,26 EUR und hat damit im laufenden Jahr fast 40 % an Wert verloren. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 51 Mio. CAD.
TeamViewer: Vom KI-Verlierer zum -Gewinner?
Wie das Comeback der BioNxt-Aktie aussehen könnte, zeigt derzeit TeamViewer. Um rund 36 % ist die Aktie des deutschen Softwareunternehmens in den vergangenen sechs Wochen gestiegen. Mit einem Kurs von 5,75 EUR ist man vom 52-Wochen-Hoch allerdings noch ein gutes Stück entfernt. Dieses liegt bei über 10 EUR. Im Jahr 2021 notierte die Aktie sogar bei rund 50 EUR. Getragen wird die aktuelle Rally von der Hoffnung, dass das Unternehmen nicht zu den großen KI-Verlierern gehört. Vielleicht ist man sogar ein KI-Gewinner?
Denn kurz vor dem Formel-1-Grand-Prix in Miami hat TeamViewer bekannt gegeben, dass das Mercedes-AMG PETRONAS F1 Team im Hintergrund mit TeamViewer ONE arbeitet. Die Plattform für Autonomous Endpoint Management (AEM) soll dem Team Echtzeit-Überblick und -Kontrolle über tausende IT- und OT-Endpunkte, vom Stammwerk in Brackley bis zur Boxengasse liefern. Mithilfe von KI soll TeamViewer ONE kleinste IT-Störungen in Echtzeit erkennen und beheben.
Toto Wolff, Teamchef des Mercedes-AMG PETRONAS F1 Team: „Während des Rennens verlasse ich mich auf dutzende Datenströme, von Telemetrie über Wetter bis Funk. Die Technologie dahinter muss absolut zuverlässig laufen. In der Formel 1 gibt es keine Gefälligkeiten, jeder Technologiepartner verdient sich seinen Platz. TeamViewer liefert genau da, wo wir keine Kompromisse machen: Zuverlässigkeit und Leistung.“
In der Formel 1 ist der Spielraum für IT-Störungen praktisch null. Probleme wie etwa ein Laptop in der Box, der sich aufhängt, oder ein Funksignal, das mitten im Rennen abreißt, müssen sofort gelöst werden. TeamViewer ONE macht genau das möglich. Da die Plattform auch lokal auf Geräten läuft, steht der IT-Betrieb an der Rennstrecke selbst dann nicht still, wenn das Netzwerk ausfällt. TeamViewer ONE arbeitet mit einem selbstlernenden System, das Anomalien erkennt, passende Lösungen anwendet und so IT-Probleme behebt, bevor sie von den Nutzern überhaupt bemerkt werden. TeamViewer verweist darauf, dass die Plattform bereits weit über eine Million KI-Support-Sitzungen – 300.000 davon allein im März – umgesetzt hat und damit immer besser wird.
Zudem hat der Softwareanbieter auf dem Gartner Digital Workplace Summit in London eine neue Funktion für seinen KI-Agenten Tia vorgestellt. Die Lösung kann aus der Supporthistorie eines Unternehmens lernen und gelöste IT-Probleme mithilfe von KI-generierten Skripten in automatisierte Abläufe umwandeln. IT-Teams sollen dadurch bewährte Lösungswege standardisieren und künftig automatisiert auf Geräte oder Gerätegruppen anwenden können. Die Funktion ist Teil der Plattform TeamViewer ONE und soll den Weg zu einem weitgehend autonomen IT-Betrieb unterstützen.
TUI: Gewinner des Friedens?
Ein Comeback-Kandidat ist auch TUI. Aufgrund sinkender Ölpreise und eines möglichen Friedens im Nahen Osten sprang die Aktie gestern um über 5 % nach oben. Dennoch hat das Wertpapier im laufenden Jahr rund 25 % an Wert verloren. Derzeit notiert die Aktie des Touristikkonzerns bei 6,85 EUR. Dort stand sie auch schon im April 2023.
Barclays sieht beim Kurs jedoch Luft nach oben und empfiehlt die TUI-Aktie zu kaufen. Aufgrund der vorherigen Gewinnwarnung seien die Zahlen zum zweiten Quartal keine Überraschung mehr gewesen. Die Analysten sehen auch einige positive Entwicklungen bei den Kennzahlen. Zudem sollte aus ihrer Sicht die TUI-Aktie einer der großen Gewinner sein, wenn sich die USA und der Iran auf einen stabilen Frieden einigen und die Straße von Hormus wieder uneingeschränkt befahrbar ist. Den fairen Wert der TUI-Aktie sehen sie bei 9 EUR.
Wenige Tage zuvor hatten sich die Analysten der Deutschen Bank noch optimistischer geäußert. Sie trauen der TUI-Aktie sogar 10,50 EUR zu. Gemäß marketscreener.com empfehlen 9 von 13 Analysten das Wertpapier des Touristikkonzerns zum Kauf. Eine Verkaufsempfehlung gibt es derzeit nicht.
Fazit
Wer in TUI investiert, muss sich der zahlreichen äußeren Einflüsse wie Konjunktur und Kriege auf die Entwicklung des Konzerns bewusst sein. Aber einen Trade ist es vielleicht wert. Auch TeamViewer dürfte eher etwas für einen Zock sein. Zu oft gab es Enttäuschungen. Bei BioNxt Solutions ist die Kursentwicklung eine Enttäuschung. Die zahlreichen positiven Meldungen sind an der Börse praktisch verpufft. Doch dies bietet auch eine Kaufchance. Gute Gründe für ein Comeback der Aktie gibt es jedenfalls.
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