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30.11.2023 | 05:30

Achtung Biotech! Morphosys, Bayer, BioNTech, Defence Therapeutics Aktie

  • biotech
  • Technologie
Bildquelle: BASF SE

Morphosys ist nichts für schwache Nerven. Nach unklaren Studienergebnissen hat die Aktie innerhalb von wenigen Tagen ihren Jahresgewinn wieder abgegeben. Auch Analysten sind sich uneins, wie es weiter gehen wird. Am 10. Dezember werden die Studiendetails veröffentlicht und hoffentlich Licht ins Dunkel bringen. Schwarz sehen derzeit auch Bayer-Aktionäre. Innerhalb kürzester Zeit ging es von 40 EUR auf 30 EUR runter. Ist jetzt die Dividende in Gefahr oder auch der gesamte Konzern? Zahlreiche positive Nachrichten gibt es bei Defence Therapeutics. Kann die Aktie so aus dem Seitwärtstrend ausbrechen? Ein Partner der Kanadier könnte künftig auch BioNTech sein. Der deutsche Biotech-Liebling arbeitet mit vollen Kassen an Krebs-Impfstoffen. Aber Analysten sind zurückhaltend.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , DEFENCE THERAPEUTICS INC | CA24463V1013 , MORPHOSYS AG O.N. | DE0006632003

Inhaltsverzeichnis:


    Defence Therapeutics mit starken News

    Seit Juni 2023 notiert die Aktie von Defence Therapeutics um die 2 USD. Damit hat das Wertpapier in einem für Biotech-Aktien schwierigem Jahr zwar immerhin rund 20 % zugelegt, aber die operative Entwicklung spricht für höhere Kurse. Denn seit Wochen kommt aus dem auf die Bekämpfung von Krebs fokussiertem Unternehmen eine positive Meldung nach der anderen. Zuletzt wurde bei der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA ein Antrag auf Zulassung eines neuen Prüfarzneimittels für sein als "AccuTOX®" bekanntes ACCUM-002TM-Dimer CDCA-SV40 eingereicht. Bei "AccuTOX®" handelt es sich um ein injizierbares Antikrebs-Molekül zur Behandlung solider Tumore. Es bekämpft Krebs gleich von mehreren Seiten: Es bricht die endosomalen Membranen, löst eine genotoxische Wirkung aus, blockiert DNA-Reparaturmechanismen und leitet eine Form des immunogenen Zelltods ein. Bei präklinischen Tests überzeugte "AccuTOX®" durch eine Überlebensrate von 70 bis 100 % bei Tieren mit soliden T-Zell-Lymphomen, Melanomen oder Brustkrebs. Defence Therapeutics plant den Start seiner klinischen Phase I-Studie im ersten Halbjahr des kommenden Jahres, die Zustimmung der FDA vorausgesetzt.

    Defence Therapeutics CEO Sébastien Plouffe: "Wir freuen uns darauf, mit den klinischen Prüfern bei City of Hope zusammenzuarbeiten, um diesen wichtigen und neuartigen Kandidaten für die Behandlung von Melanomen und möglicherweise anderen soliden Tumoren zu untersuchen. Angesichts der anhaltenden Schwierigkeiten, mit denen die klinische Onkologie zu kämpfen hat, sind wir davon überzeugt, dass der therapeutische Einsatz von AccuTOX®.“

    Defence forscht auch an Impfstoffen. In diesem Bereich wurden nach den USA inzwischen auch in Kanada wichtige Patente bewilligt. Sie decken im Wesentlichen die Schlüsseltechnologien der Impfstoffplattform von Defence ab. Die Technologie des kanadischen Biotechunternehmens soll die Wirksamkeit von Impfstoffen verbessern.
    Nachdem in den beiden wichtigen Märkten der Patentschutz besteht, strebt Defence diesen auch in Europa und Asien an. Patente sind die Voraussetzung für Lizenzierungen und Kooperationen. Beispielsweise können Hersteller zugelassener proteinbasierter Impfstoffe mit der Defence-Plattform die Wirksamkeit ihrer Produkte erhöhen und Patentlaufzeiten verlängern.

    Dies sind nur einige Nachrichten aus der spannenden Pipeline von Defence Therapeutics. Diese sollten zu einem steigenden Aktienkurs führen, auch wenn es manchmal länger dauert.

    Bayer: Dividende in Gefahr

    Probleme mit der Produkt-Pipeline hat Bayer. Zuletzt gab es schlechte Nachrichten zu Asundexian. Der Gerinnungshemmer galt als einer der Hoffnungsträger von Bayer. Doch er erweist sich als weniger wirksam. Daher hat der Dax-Konzern die Studie zu Asundexian abgebrochen. Bisherige Studienergebnisse hätten "eine unterlegene Wirksamkeit" im Vergleich zur Kontrollgruppe ergeben. Insgesamt ist die Gemengelage bei Bayer extrem schwierig. Denn neben der schwachen Pipeline und in den kommenden Jahren auslaufenden Patenten gesellen sich die nicht endende Schadenersatzprozesse rund um Glyphosat sowie eine hohe Verschuldung. Eine Lösung dieser Probleme scheint nicht in Sicht zu sein.

    Zwar empfiehlt kein Analyst, die Bayer-Aktie zu verkaufen, aber dies war auch nicht der Fall, als sie noch 100 % höher stand. Anfang dieser Woche hat beispielsweise Berenberg das Kursziel für die Bayer-Aktie von 60 EUR auf 36 EUR reduziert. Etwas spät. Die Einstufung lautet weiterhin "Hold". Auch für die Analysten ist das Ende von Asundexian ein herber Rückschlag bei der Entwicklung künftiger Umsatzquellen. Sie weisen auch auf eine mögliche Dividendenkürzung hin. Dies wäre aufgrund der Schuldenlast, der drohenden Patentlücken bei Xarelto und Eylea und einem rückläufigem Agrargeschäft keine Überraschung. Die Analysten erwarten sogar eine Aufspaltung des Konzerns.

    BioNTech: Analysten reduzieren Kursziel

    Über volle Kassen und eine umfangreiche Pipeline verfügt BioNTech. Die Milliardeneinnahmen aus dem Covid-Impfstoff nutzt das Unternehmen, um insbesondere Krebs-Impfstoffe zu entwickeln. CEO und Mitbegründer Ugur Şahin hat im Gespräch mit der “Bild“ betont, dass man bis 2030 eine Anti-Krebs-Impfung auf den Markt bringen will. Die personalisierte Impfung soll in Zukunft eine Alternative zur herkömmlichen Chemo-Therapie sein. So soll das körpereigene Abwehrsystem den Krebs bekämpfen und besiegen. Eine Chemotherapie greift in der Regel nicht nur Krebszellen an, sondern auch gesunde Zellen. Bei einem Impfstoff sei letzteres nicht der Fall. Stattdessen werde das Immunsystem so gestärkt, dass es den Tumor finden und zerstören könne.

    Doch bevor BioNTech mit neuen Produkten Umsätze erzielt, werden noch einige Jahre vergehen. Daher hat die UBS das Kursziel für die Biotech-Aktie von 153 auf 110 USD reduziert und die Einstufung "Neutral" bestätigt. Mit dem Covid-Impfstoff werde BioNTech in diesem Jahr zwar noch Gewinne erzielen, aber in den kommenden Jahren sei dies eher unwahrscheinlich.


    Defence Therapeutics arbeitet konsequent an der spannenden Pipeline. Die Impfplattform der Kanadier ist auch für Unternehmen wie BioNTech interessant, um ihre Impfstoffe nochmals zu verbessern. Defence ist mit rund 120 Mio. CAD bewertet und damit nicht teuer. BioNTech bringt rund 24 Mrd. USD auf die Börsenwaage. Bei Bayer sind es immerhin noch 30 Mrd. EUR. Wann die Talfahrt in Leverkusen beendet sein wird, lässt sich jedoch schwer voraussagen.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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