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13.03.2024 | 05:05

Bayer enttäuscht, BioNTech Aktie macht Hoffnung und Cardiol Therapeutics mit Kurschance!

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  • Herzerkrankungen
Bildquelle: Bayer AG

Vom Kapitalmarkttag von Bayer hatten sich Analysten mehr erhofft. Zum einen wurde die Abspaltung von Aspirin und Co. erwartet und dann auch mehr Transparenz bei den Rechtsstreitigkeiten. Doch es kam anders und die Kursziele der Analysten purzeln – teilweise um fast 50 %. Dagegen haben Analysten ihre Kaufempfehlung für die Aktie von Cardiol Therapeutics erneuert. Der Spezialist für Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems stehe vor spannenden Wochen und die Aktie könne sich immer noch mehr als verdoppeln. Auch bei BioNTech gibt es Bewegung. Neben operativen Zahlen gibt es bald Updates zur Medikamentenpipeline. Kann die Aktie den Abwärtstrend stoppen?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , CARDIOL THERAPEUTICS | CA14161Y2006

Inhaltsverzeichnis:


    Cardiol Therapeutics: Analysten erwarten bei positiven Studienergebnissen Kurssprung

    Dass es bei Cardiol Therapeutics ganz schnell nach oben gehen kann, zeigte sich Anfang Februar. Da verdoppelte sich die Biotech-Aktie fast innerhalb von drei Wochen. Seitdem hat sie wieder korrigiert und bietet damit eine spannende Einstiegschance. Denn geht es nach dem Kursziel der Analysten von First Berlin, kann sich die Aktie des Spezialisten für Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems mehr als verdoppeln. Sie stufen das Wertpapier mit einem Kursziel von 3,60 USD und einem "Buy" ein. Derzeit notiert die Cardiol-Aktie an der Technologiebörse Nasdaq bei 1,40 USD. Wichtig bei Biotech-Unternehmen: Zum Ende des dritten Quartals 2023 verfügte Cardiol über liquide Mittel in Höhe von mehr als 40 Mio. CAD und dürfte damit für die kommenden Jahre durchfinanziert sein.

    Zuletzt hatte Cardiol berichtet, dass der Arzneimittelkandidat CardiolRxTM zur Behandlung von wiederkehrenden Entzündungen des Herzbeutels (Perikarditis) von der FDA als Orphan Drug Designation eingestuft wurde. Die Entscheidung der US-Behörde für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit basiere auf präklinischen Daten sowie ersten klinischen Daten aus der laufenden Phase-II-MAvERIC-Pilot Studie. Obwohl die Phase-II-Daten noch nicht veröffentlicht wurden, kann auf Basis der FDA Entscheidung damit gerechnet werden, dass sie positiv ausfallen werden. Mit der Veröffentlichung der Phase-II-Studie rechnen die Analysten in der zweiten Aprilhälfte oder Anfang Mai des laufenden Jahres. Der Orphan-Drug-Status hat für Cardiol zahlreiche Vorteile. Diese reichen von einer kürzeren klinischen Phase über einen leichteren Zulassungsprozess bis hin zu einer verlängerten Marktexklusivitätsdauer. Nach den Statistiken der American Heart Association leiden in den USA jährlich rund 160.000 Patienten an akuter Perikarditis und 15-30 % der Fälle treten erneut auf.

    Einen positiven Ausblick auf das laufende Jahr und die weiteren Perspektiven von Cardiol gab kürzlich auch CEO David Elsley. Sein interessanter Vortrag auf der virtuellen Investorenkonferenz IIF kann hier angesehen werden.

    Bayer: Enttäuschung statt Befreiungsschlag

    Mit Spannung wurde der Kapitalmarkttag von Bayer erwartet. Zur Überraschung vieler hat der Vorstand dort die Aufspaltung des Konzerns erst mal abgesagt. So war erwartet worden, dass zumindest der Bereich der rezeptfreien Medikamente rund um Aspirin ausgegliedert wird, um ihn zu verkaufen oder an die Börse zu bringen. Dies plant man vorerst nicht.

    Davon zeigte sich insbesondere Bernstein Research enttäuscht. Die Analysten rasierten ihr Kursziel annähernd von 50 EUR auf 27 EUR. Die Einstufung des DAX-Konzerns wurde von "Outperform" auf "Marketperform" reduziert. Für sie war die Aufspaltung der wesentliche Kurstreiber. Auch für die Analysten der Deutschen Bank gebe es nach dem Kapitalmarkttag viele Fragezeichen – in Bezug auf die Rechtsstreitigkeiten und die Wachstumsperspektiven der einzelnen Bereiche des Konzerns. Daher haben die Analysten ihr Kursziel von 34 EUR auf 29 EUR reduziert und empfehlen, die Bayer-Aktie zu halten. Barclays sieht das Wertpapier der Leverkusener sogar nur bei 28 EUR als fair bewertet an.

    BioNTech vor neuem Aufwärtstrend?

    Analysten haben sich schon länger nicht mehr bei BioNTech zu Wort gemeldet. Dennoch hat die Aktie in den vergangenen Tagen ein Lebenszeichen gesendet. Nach dem Test der 80 EUR ging es schnell um 10 % nach oben. Ist das die Wende? Vermutlich nicht. Denn konkrete Gründe für den Kurssprung gab es nicht. Doch wichtige Termine stehen bevor. So wird das Biotech-Unternehmen in der kommenden Woche Zahlen veröffentlichen. Zudem hat BioNTech einen Ausblick auf die Anfang April stattfindende Jahrestagung der American Association for Cancer Research (AACR) veröffentlicht. Dort wollen die Mainzer klinische Studiendaten für ausgewählte Kandidaten aus ihrer Onkologie-Pipeline präsentieren. Die Daten-Updates sollen Prüfpräparate aus BioNTechs mRNA-basierten Krebsimpfstoffansätzen sowie innovative Ansätze für Antikörper-Wirkstoff-Konjugate beinhalten.

    BioNTech-CMO Prof. Dr. Özlem Türeci: "Die Präsentationen auf der diesjährigen AACR-Jahrestagung umfassen Kandidaten aus unseren individualisierten und off-the-shelf mRNA-basierten Krebsimpfstoffplattformen. Darunter werden in einer Late-Breaking-Präsentation längerfristige Follow-up-Daten für unseren individualisierten mRNA-basierten Kandidaten Autogene Cevumeran bei Patientinnen und Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs vorgestellt. Unsere mRNA-Krebsimpfstoff-Ansätze in der klinischen Prüfung sind eine wichtige Säule in unserem Onkologie-Portfolio. Sie zielen darauf ab, verbliebene Tumorherde zu beseitigen und die Tumorlast zu verringern, indem sie mehrere Antigene gleichzeitig adressieren.“


    Der erhoffte Befreiungsschlag ist bei Bayer ausgeblieben. Stattdessen bleibt die Frage, wie es mit dem Konzern mittelfristig weiter gehen soll. Fallen die Studiendaten bei Cardiol tatsächlich positiv aus, sollte der Aktienkurs wieder Fahrt aufnehmen. Dabei kann es zu deutlichen Kurssprüngen kommen, wie der Februar gezeigt hat. Die BioNTech-Aktie hat zumindest den Abwärtstrend erst mal gestoppt. Für eine nachhaltige Trendumkehr braucht es jedoch starke Studiendaten, damit die Medikamentenpipeline endlich zum Kurstreiber werden kann.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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