10.07.2026 | 04:30
Comeback bei Plug Power? Nordex wird gefeiert! A.H.T. Syngas Aktie viel zu günstig?!
Die Erwartungen an den Auftragseingang bei Nordex waren hoch. Das Unternehmen hat sie übertroffen. Entsprechend wurde die Aktie von Anlegern und Analysten gestern gefeiert. Das Unternehmen zeigt sich selbstbewusst und die Aktie scheint weiter Luft nach oben zu haben. Viel Luft nach oben hat auch die Aktie von A.H.T. Syngas. Das Kursziel von Analysten liegt jedenfalls deutlich über dem aktuellen Niveau. Die Produkte des Cleantech-Unternehmens passen in die Zeit. Eine Kursrally scheint eigentlich nur eine Frage der Zeit zu sein. Bei Plug Power stellen sich Aktionäre eher die Frage, wann der Abverkauf gestoppt wird. Seit Anfang Juni hat die Aktie deutlich an Wert verloren. Kann ein Auftrag aus Australien für ein Comeback an der Börse sorgen?
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
A.H.T. SYNGAS TECH. EO 1 | NL0010872388 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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A.H.T. Syngas: Aktie erscheint viel zu günstig
Während die USA und der Iran wieder eskalieren und der Ölpreis hochknallt, ergibt sich bei A.H.T. Syngas Technology eine interessante Kaufchance. Denn das Cleantech-Unternehmen kommt operativ voran. A.H.T. entwickelt und betreibt dezentrale Biomassekraftwerke auf Basis seiner patentierten Twin-Fire-Vergasungstechnologie. Zuletzt wurde über Fortschritte im Polen-Geschäft berichtet. Gleichzeitig hat der langjährige polnische Projekt- und Entwicklungspartner Innotec Energy die Zusammenarbeit durch den Erwerb von A.H.T.-Aktien weiter vertieft.
Polen gilt für A.H.T. als strategisch besonders attraktiver Zielmarkt. Das Land verfügt weiterhin über einen hohen Anteil fossiler Energieträger, steht entsprechend unter Transformationsdruck und besitzt zugleich umfangreiche Biomasse- und Reststoffressourcen. Dazu passt die Technologie von A.H.T., denn statt Nahrungsmittel oder Energiepflanzen zu nutzen, werden Biomassereste, Klärschlamm oder andere organische Reststoffe in sauberes Synthesegas umgewandelt. Dieses kann flexibel zur Strom- und Wärmeerzeugung, als industrieller Energieträger oder perspektivisch zur Herstellung von Wasserstoff, Methanol oder nachhaltigen Kraftstoffen eingesetzt werden.
In Polen agiert Innotec Energy als Generalunternehmer, ist maßgeblich in der Projektakquisition aktiv und verfügt über die Rechte zur Umsetzung von 17 Projekten. A.H.T. liefert die Technologie, das Engineering und die Planung. Diese klare Arbeitsteilung kann die Skalierung beschleunigen, denn A.H.T. muss nicht jeden Markt vollständig selbst aufbauen, sondern kann mit einem erfahrenen lokalen Partner arbeiten.
Interessant ist die Kombination aus etabliertem Anlagenverkauf und dem geplanten Ausbau wiederkehrender Erlösmodelle. Bisher erzielt A.H.T. den Großteil der Umsätze über den Verkauf von Anlagen. Künftig will das Unternehmen stärker in Richtung Contracting beziehungsweise Independent-Power-Producer-Modell gehen. Dabei betreibt A.H.T. die Anlage selbst oder gemeinsam mit Partnern und liefert dem Kunden Energie in Form von Synthesegas, Wärme oder Strom.
Noch ist A.H.T. ein kleiner Spezialwert mit einer Marktkapitalisierung von unter 10 Mio. EUR. Dies scheint auch den Analysten von GBC Research viel zu günstig zu sein. Die Experten erwarten von A.H.T. ein kräftiges Wachstum. Der Umsatz soll von 10 Mio. EUR im laufenden Jahr bis 2028 auf über 20 Mio. EUR klettern. Daher trauen sie der Aktie einen Kurs von 8,50 EUR zu. Derzeit notiert das Wertpapier von A.H.T. bei 2,48 EUR.
https://youtu.be/Xh7gCe7tKMQ?si=e1xfQTEUK3c_qfsG
Nordex: Auftragseingang wird gefeiert
Die Erwartungen an den Auftragseingang bei Nordex waren hoch. Und der Windkraftturbinenspezialist hat gestern geliefert. Nordex hat im zweiten Quartal 2026 im Projektgeschäft einen Auftragseingang von 3.054 MW erzielt und damit den Vorjahreswert um 32,2 % übertroffen. Für das gesamte erste Halbjahr summiert sich der Auftragseingang auf 4.923 MW, was einem Plus von 9,6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Auch das Preisumfeld blieb stabil. Der durchschnittliche Verkaufspreis lag im zweiten Quartal unverändert bei 0,97 Mio. EUR je MW, im Halbjahr stieg er von 0,92 auf 0,95 Mio. EUR je MW.
Zwischen April und Juni bestellten Kunden 496 Windkraftanlagen für Projekte in zehn Ländern. Die wichtigsten Märkte waren Deutschland, die USA und die Türkei. Highlight war die Entwicklung in den USA. Obwohl die Trump-Regierung gefühlt gegen jede neue Windkraftanlage kämpft, hat Nordex dort im zweiten Quartal Orders mit einem Volumen von rund 800 MW an Land gezogen. Vorstandschef José Luis Blanco wertet dies als Vertrauensbeweis der Kunden und als Zeichen für die starke Position der Gruppe im amerikanischen Markt.
Die Aktie reagierte gestern mit einem Kurssprung von über 5 % auf über 42 EUR. Auch die ersten Analystenkommentare waren positiv. Jefferies bestätigte die Kaufempfehlung mit dem Kursziel von 58 EUR. Der Auftragseingang lag über den Erwartungen der Analysten. Auch die Kollegen von Berenberg äußerten sich positiv. Sie empfehlen, die Aktie zu kaufen und sehen den fairen Wert bei 57 EUR.
Plug Power: Stoppt ein neuer Auftrag den Abverkauf?
Ein Lebenszeichen sendet Plug Power. Zuletzt war es um den einstigen Anlegerliebling ruhig geworden. Seit Anfang Juni ist die Aktie von 4 USD auf rund 2,50 USD abgerutscht. Kann dieser Auftrag den Abverkauf stoppen?
Plug Power hat einen 50-MW-Elektrolyseur-Auftrag für den Hunter Valley Hydrogen Hub von Orica in Australien erhalten. Das Projekt hat die finale Investitionsentscheidung erreicht und geht damit in die Umsetzungsphase. Zum Einsatz kommen GenEco-PEM-Elektrolyseure von Plug, mit denen erneuerbarer Wasserstoff für die Produktion von emissionsärmerem Ammoniak und Ammoniumnitrat erzeugt werden soll.
Der Standort befindet sich neben Oricas bestehender Ammoniakproduktion nahe der Stadt Newcastle im Südosten des Landes. Bei voller Auslastung soll die Anlage rund 4.700 Tonnen erneuerbaren Wasserstoff pro Jahr produzieren und damit etwa 7,5 % des Erdgasverbrauchs von Orica am Standort ersetzen. Laut Unternehmen entspricht die damit verbundene CO₂-Einsparung dem jährlichen Ausstoß von rund 26.500 Autos in Australien.
Für Plug ist der Auftrag ein wichtiger Schritt zum Ausbau der Präsenz in Australien und im asiatisch-pazifischen Raum. Das Hunter-Valley-Projekt gilt als größtes australisches Projekt für erneuerbaren Wasserstoff, das bisher die finale Investitionsentscheidung erreicht hat, und als erstes Projekt aus dem staatlichen Hydrogen-Headstart-Programm, das in die Umsetzung geht. Plug verweist zudem auf bereits installierte Elektrolyseur-Projekte in Australien sowie eine weltweite Basis von mehr als 320 MW installierter GenEco-Systeme.
Fazit
Der jüngste Auftrag aus Australien ist ein positives Signal für Plug Power, aber auch nicht mehr. Die nachhaltige Entwicklung der Aktie wird davon abhängen, ob das Unternehmen steigende Umsätze und geringere Verluste vorzeigen kann. Die Aktie von A.H.T. Syngas erscheint einfach viel zu günstig. Mit etwas Geduld könnte sich die Depotbeimischung richtig lohnen. Nordex hat weiterhin kräftigen Rückenwind. Dies trifft auf das operative Geschäft und die Aktie zu.
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