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08.04.2025 | 04:30

Gewinner im Zoll-Beben: Renk, Nel ASA, Almonty Aktie – China greift US-Rüstungsindustrie an

  • rüstung
  • Wasserstoff
  • Kritische Rohstoffe
Bildquelle: pixabay.com

Das Zoll-Beben an den Börsen ging auch gestern weiter. Für Firmen wie Nike und die deutsche Automobilindustrie sind die Ausmaße der Folgen noch nicht absehbar. Dagegen könnte es auch Gewinner geben. Wolfram-Produzent Almonty hat gestern betont, dass der Rüstungs-Rohstoff von Zöllen ausgenommen ist. Zudem verschärft China die Exporte kritischer Rohstoffe. Dies macht die Almonty-Aktie noch interessanter. Ist ein NASDAQ-Listing der nächste Paukenschlag? Auch bei Renk dürften die Auswirkungen der Zölle überschaubar sein. Der Getriebehersteller für Panzer und Co. hat glänzende Geschäftsaussichten hier in Europa. Die Aktie wurde erneut zum Kauf empfohlen. Auch Wasserstoff sollte profitieren, da es die Energieversorgung in Europa diversifizieren kann. Kann Nel ASA davon profitieren? Eine Studie zeigt, dass es mehr Investitionen in Elektrolyse-Kapazitäten in Europa braucht.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , RENK AG O.N. | DE000RENK730 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235

Inhaltsverzeichnis:


    Almonty Industries: Massives Kurspotenzial, keine Zölle und bald an der NASDAQ

    „Zölle sind gewissermaßen eine Kriegshandlung“, hatte Investorenlegende Warren Buffett vor wenigen Tagen gesagt. Wenn dem so ist, so erklärt China jetzt der westlichen Rüstungsindustrie den Krieg. Am Freitag wurden in China die Ausfuhrbeschränkungen für Seltene Erden verschärft. Wolfram ist noch nicht dabei, aber es zeigt, welchen Weg China geht. Davon sollte Almonty profitieren, da man in diesem Jahr mit der neuen Mine in Südkorea zum größten westlichen Wolfram-Produzenten aufsteigt. Dass die Bedeutung von Wolfram auch im Weißen Haus realisiert wird, zeigt sich, indem der für die Rüstung und Raumfahrt essenzielle Rohstoff von den US-Zöllen ausgenommen ist. Dies teilte auch Almonty gestern mit.

    Lewis Black, Präsident und CEO von Almonty, kommentierte: "Der ausdrückliche Ausschluss unserer Produkte von den neuen Zollmaßnahmen unterstreicht die strategische Bedeutung von Wolfram bei der Unterstützung der nationalen Sicherheit, der industriellen Unabhängigkeit und der widerstandsfähigen Lieferketten der amerikanischen Industrie. Mit der Weiterentwicklung unserer voll integrierten Mine bis hin zur Verarbeitung ist Almonty auf dem besten Weg, einer der wichtigsten vertikal integrierten Wolframproduzenten in der westlichen Welt zu werden, der in der Lage ist, einen bedeutenden Teil des nicht aus China stammenden Wolframs zu liefern." Ähnliche zuversichtlich über die Aussichten von Almonty ist auch die Deutsche Rohstoff AG als einer der ersten Aktionäre. Dazu hat kürzlich Dr. Thomas Gutschlag, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender Deutsche Rohstoff AG, in einem Interview mit Stockhouse Media geäußert (Link zum Interview)

    Übrigens hat Lewis Black nach der erfolgten Sitzverlegung in die USA inzwischen auch die Prüfung eines NASDAQ-Listings angekündigt. Dies dürfte der Aktie mehr Aufmerksamkeit und mehr Volumen geben.

    Damit rückt das Kursziel von Sphene Capital wieder in den Fokus. Die Analysten hatten zuletzt ihre Kaufempfehlung für Almonty bestätigt und das Kursziel für die auch in Deutschland sehr rege gehandelte Aktie auf 5,20 CAD angehoben. Derzeit notiert die Aktie unter 2 CAD. Der Grund für den Optimismus der Analysten: Mit dem Hochfahren der Sangdong-Mine soll der Gewinn je Aktie schon im kommenden Jahr bei 0,19 CAD liegen – Tendenz weiter steigend. Damit wird Almonty derzeit nur mit einem einstelligen KGV gehandelt. Bei der globalen Bedeutung von Wolfram erscheint dies viel zu niedrig zu sein.

    Renk: Fels in der Brandung?

    Auch bei den in diesem Jahr erfolgsverwöhnten Aktionären von Rüstungsaktien scheinen derzeit die Nerven blank zu liegen. Zum gestrigen Handelsbeginn hat beispielsweise Rheinmetall rund 20 % an Wert verloren. Bei Renk waren es zwar nur „10 %“, doch auch dieser Einschnitt ist schmerzhaft. Allerdings liegen beide Aktien seit dem 1. Januar 2025 weiterhin deutlich im Plus. Bei Renk sitzen Aktionäre immer noch auf Gewinnen von mehr als 100 %.

    Der mit den Zahlen für 2024 veröffentlichte Ausblick war positiv: So erwartet Renk für 2025 einen Umsatz über 1,3 Mrd. EUR und ein bereinigtes EBIT von 210 bis 235 Mio. EUR. Zudem wurden die mittelfristigen Ziele von 2 Mrd. EUR Umsatz in 2028 und bereinigtes EBIT in Höhe von 300 Mio. EUR bestätigt. Renk-CFO Anja Mänz-Siebje kommentiert: „Wir haben im abgelaufenen Geschäftsjahr unsere Ziele am oberen Ende der Guidance erfüllt und sind auf einem sehr guten Weg, unsere mittelfristigen Finanzziele zu erreichen."

    Die Analysten von Jefferies sehen den fairen Wert der Renk-Aktie bei 44 EUR und raten zum Kauf. Die Verteidigungsausgaben der neuen Bundesregierung und der NATO in den kommenden Jahren seien zwar noch nicht konkret, aber Renk dürfte Umsatz und Ergebnis kräftig steigern können.

    Nel ASA: Studie fordert mehr Investitionen in Elektrolyse-Kapazitäten

    Wasserstoff gilt als Schlüsseltechnologie für die europäische Energiewende hin zur Klimaneutralität. Doch etwas droht ein Verfehlen der Ziele. Zu diesem Fazit kommt einer Studie der Universitäten Bonn und Köln. Eigentlich soll Wasserstoff überschüssigen Strom aus Erneuerbaren Energien speichern und eine Alternative für schwer zu elektrifizierende Sektoren wie die Industrie liefern. Doch die Investitionen auf Angebots- und Nachfrageseite sind zu gering. Zudem bremsen die politischen Unsicherheiten.

    Dabei hat sich die EU zum Ziel gesetzt, dass bis zum Jahr 2030 in der EU 40 Gigawatt Elektrolysekapazität entstehen, 10 Mio. Tonnen Grüner Wasserstoff in der EU produziert und weitere 10 Mio. Tonnen importiert werden sollen. Viele Mitgliedstaaten haben nationale Strategien und Förderprogramme aufgelegt, doch die Umsetzung stockt.

    Energieexperte und Projektleiter Dr. Frank Umbach: „Der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft mit großen Elektrolyse-Produktionskapazitäten erfordert eine weitere Steigerung des Abbaus, der Veredelung und der Weiterverarbeitung von strategischen Mineralien. Deren Lieferketten werden jedoch in vielen Fällen von China dominiert und kontrolliert. Darüber hinaus wird die EU derzeit immer abhängiger vom Import der Elektrolyse-Technologien und Produktionskapazitäten der Volksrepublik – wenn nicht umgesteuert wird.“

    Davon sollte eigentlich ein Unternehmen wie Nel ASA profitieren. Doch der mit dem Einstieg von Samsung ausgelöste Kurssprung wurde inzwischen wieder vollständig abverkauft. Gestern rutschte die Aktie des einstigen Wasserstofflieblings unter die Marke von 0,20 EUR.


    Ein Kauf der Nel-Aktie drängt sich derzeit nicht auf. Dagegen gibt es gute Gründe für die Almonty-Aktie. Auch hier ist der Kurs in den vergangenen Tagen zurückgekommen. Dabei macht das Zoll-Beben das von Almonty in Portugal und künftig auch in Südkorea produzierte Wolfram noch wertvoller. Die Rüstungsaktien zeigen sich äußerst volatil. Dabei spielt für Rheinmetall, Renk und Hensoldt das US-Geschäft eine untergeordnete Rolle. Wobei auch hier Lieferketten in der Produktion beeinflusst werden könnten.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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