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07.04.2026 | 04:30

Irankrieg: GEFAHR für Siemens Energy? CHANCE für Pure One und Plug Power?

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Bildquelle: Pixabay

Der Krieg im Nahen Osten treibt die Energiepreise weltweit in die Höhe. Selbst in den energieautarken USA spüren Verbraucher steigende Kosten an der Tankstelle, was den Trend zu erneuerbaren Energien beschleunigt. Überdenken KI-Unternehmen eventuell ihre Strategie, auf Gaskraftwerke zu setzen? Dies sollten Aktionäre von Siemens Energy im Blick behalten. Ein Profiteur könnte Pure One sein. Der Nebenwert kombiniert ein diversifiziertes Clean-Tech-Portfolio mit einer Mehrheitsbeteiligung an Eastern Gas, einem vielversprechenden Gasexplorer in Australien. Zu den Kunden zählt die deutsche Heidelberg Materials. Und was macht Plug Power? Die Aktie arbeitet sich an einen wichtigen Widerstand heran. Reicht der jüngste Großauftrag, um diesen zu überwinden? Zudem scheint das Unternehmen Privatanleger für sich entdeckt zu haben.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: PURE ONE CORPORATION LIMITED | AU0000442865 | ASX: P1E , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020

Inhaltsverzeichnis:


    Pure One: Wird Erdgas-Tochter zum Kurstreiber?

    Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten treiben die Energiepreise weltweit nach oben – und könnten damit einen strukturellen Wandel beschleunigen. Selbst in den USA, die eigentlich als energieautark gelten, wird die Fahrt zur Tankstelle zunehmend teuer. Dies dürfte den traditionell eher kritischen Blick auf Erneuerbare Energien ändern. In Bereichen, wo Erdgas unersetzlich ist, schaut man sich nach alternativen Lieferanten um. Länder wie Südkorea haben bereits angekündigt, verstärkt nach neuen Bezugsquellen zu suchen. Ein Gewinner bei der Entwicklungen sollte Pure One. Damit ist der Nebenwert aus Australien eine potenzielle Kursrakete.

    Pure One hat sich im vergangenen Jahr neu ausgerichtet und ein diversifiziertes Clean-Tech-Portfolio aufgebaut. Im Bereich Nutzfahrzeuge entwickelt das Unternehmen eigene Plattformen für batterieelektrische Fahrzeuge (BEV), Wasserstoff-Brennstoffzellen (HFC), Hybridlösungen sowie innovative Batterie-Wechsel-Konzepte. Ergänzt wird dies durch ein Leasing- und Tauschsystem für Batterien, das eine schnelle und skalierbare Elektrifizierung von Flotten ermöglichen soll. Dabei schaut man sich derzeit nach Partnern um.

    Außerdem verfügt Pure One über eine Mehrheitsbeteiligung an dem Börsenneuling Eastern Gas. Um sich auf den Clean-Tech-Bereich zu konzentrieren, hat man die Tochter am 26. Februar 2026 unter dem Kürzel EGA an die ASX gebracht. Pure One hält weiterhin 69,4 % der Anteile und sichert sich damit ein signifikantes Exposure gegenüber dem Gasmarkt. Eastern Gas ist ein Gasexplorer mit zwei vielversprechenden Fördergebieten im ergiebigen Cooper-Becken an der Ostküste Australiens. Von dort aus will man künftig Flüssigerdgas (LNG) weltweit anbieten. Die Beteiligung von Pure One an Eastern Gas hat derzeit einen Wert von rund 10,6 Mio. AUD und damit mehr als ein Drittel der eigenen Marktkapitalisierung in Höhe von rund 26,5 Mio. AUD.

    Das Unternehmen ist optimistisch ins Jahr 2026 gestartet. Mit neuen Partnerschaften in Südamerika, den USA und Australien wurde die globale Reichweite erweitert. So verfügte Pure One zum Jahreswechsel bereits über Liefervereinbarungen für Nutzfahrzeuge mit Wasserstoff-Brennstoffzellen- und Batterieantrieb mit mehreren Unternehmen. Zu diesen gehört übrigens auch die deutsche Heidelberg Materials.

    Plug Power: Gelingt der Aktie der Ausbruch?

    Während Pure One im laufenden Jahr durchstarten will, kämpft Plug Power um das Erreichen des Break-Even und damit ums Überleben. Im November 2025 ist die Aktie von Plug Power unter die Marke von 2,50 USD gerutscht. Im März dieses Jahres notiert sie sogar bei 1,70 USD. Derzeit läuft ein neuer Versuch, den Widerstand bei 2,50 USD zu überwinden. Im aktuellen Umfeld der explodierenden Öl- und Gaspreise könnte dies sogar gelingen. Damit sind die internen Probleme des einstigen Wasserstoff-Highflyers jedoch noch lange nicht vom Tisch. Denn trotz eines stark verlustreichen Geschäftsmodells bringt das Unternehmen immer noch 3,4 Mrd. USD auf die Börsenwaage. Zudem hat sich Plug Power in diesem Jahr genehmigen lassen, die Anzahl der Aktien zu verdoppeln. Dies würde Altaktionäre also massiv verwässern.

    Und wie läuft es operativ? Zuletzt hat man immerhin einen Großauftrag an Land gezogen. Das Unternehmen wurde von Hy2gen mit der Errichtung eines 275-Megawatt-PEM-Elektrolyseur-System beauftragt. Es handelt sich um einen der bislang größten Einzelaufträge für Plug Power in diesem Segment. Die Anlage soll emissionsarmem Ammoniak produzieren, der anschließend zu Ammoniumnitrat für die Bergbauindustrie weiterverarbeitet werden soll.

    Die Anlage entsteht in der kanadischen Provinz Québec und soll von der dort verfügbaren Wasserkraft profitieren. Plug Power übernimmt im Rahmen des Auftrags insbesondere die technische Planung, Systemintegration sowie die Optimierung der Anlagenleistung. Das Unternehmen verweist auf die hohe Effizienz und Flexibilität seiner PEM-Technologie, die sich für industrielle Anwendungen eignet. Der Auftrag baut zudem auf einer bestehenden Zusammenarbeit zwischen beiden Unternehmen auf, die bereits bei früheren Wasserstoffprojekten in Europa kooperiert haben.

    Ergänzend zur operativen Entwicklung setzt Plug Power offenbar verstärkt auf Privatanleger. So wird CEO Jose Luis Crespo am 16. April eine öffentliche Fragerunde auf Reddit durchführen. In dem Live-Format will das Management Einblicke in Strategie, Marktpositionierung und operative Prioritäten geben.

    Siemens Energy: Auswirkungen auf Nachfrage?

    Die Aktie von Siemens Energie hat sich zuletzt eine kleine Verschnaufpause genommen. Nachdem das Wertpapier des DAX-Konzerns Ende Februar ein Allzeithoch bei rund 171 EUR markiert hatte, notiert es derzeit knapp unter 150 EUR. Dies ist natürlich kein Grund zur Panik. Im laufenden Jahr hat die Aktie rund 22 % zulegen können und in den vergangenen 52 Wochen über 200 %. Ob bzw. wie sich die steigenden Gaspreise auf die Nachfrage nach Gaskraftwerken auswirkt, ist derzeit noch nicht absehbar. Dies ist für Siemens Energy wichtig, denn KI-Unternehmen in den USA setzen insbesondere auf Erdgas, um ihre Datenzentren schnell und sicher mit Energie zu versorgen. Sollten diese sich nach Alternativen umsehen, müsste dies massive Auswirkungen auf Siemens Energy haben. Bei der aktuellen Bewertung von über 128 Mrd. EUR darf operativ nichts schief gehen.

    Derzeit befindet sich das Unternehmen in der Quiet Period. Diese endet mit der Veröffentlichung der Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026 am 12. Mai 2026.

    Analysten hatten zuletzt ihre Kaufempfehlungen bestätigt. Die Deutsche Bank sieht den fairen Wert des DAX-Überfliegers der vergangenen Jahre bei 180 EUR. Bei Bernstein ist man etwas konservativer. Die Analysten erwarten starke Quartalszahlen und haben ihr Kursziel von 150 EUR bekräftigt.


    Fazit

    Die Mehrheitsbeteiligung an Eastern Gas könnte für Pure One zur Kursrakete werden, wenn Investoren sich nach Erdgasprojekten außerhalb des Nahen Ostens umsetzen. Und auch das technologieoffene Kerngeschäft bietet Chancen. Plug Power ist immer für einen Kurssprung gut. Die Aktie ist aber alles andere als günstig bewertet und drängt sich für langfristig orientierte Anleger nicht auf. Dass man jetzt offenbar gezielt die fürs Zocken bekannte Reddit-Community anspricht, ist eher ein schlechtes Signal. Siemens Energy bleibt ein Basisinvestment im Energiesektor. Für die kommenden Jahre ist man praktisch ausverkauft. Allerdings darf man sich mit Blick auf die Bewertung keine Ausrutscher erlauben.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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