10.07.2026 | 05:30
Übernahme! Großauftrag! Comeback! Deutz, Renk und Rock Tech Lithium Aktie im Check.
Paukenschlag bei Deutz. Der Motorenhersteller baut seine Defence-Aktivitäten durch eine Milliardenübernahme deutlich aus. Man erwartet Umsatz- und Kostensynergien sowie eine positive Wirkung auf die EBIT-Marge. Die Ziele für 2030 sollen früher erreicht werden. Die Deutz-Aktie hat gestern positiv reagiert. Erstaunlich schwach entwickeln sich im Jahr 2026 Lithiumaktien. Dabei boomt die E-Auto-Nachfrage, wie die jüngsten Neuzulassungen in Deutschland zeigen. Auch der Lithiumpreis legt zu. Eine Comeback-Story bietet derzeit Rock Tech Lithium. In Kanada arbeitet man mit Vollgas an einer integrierten Lithium-Wertschöpfungskette vom Rohstoff bis zum Batteriematerial. Dies scheint die Aktie noch nicht einzupreisen. Die Renk-Aktie ist gestern um über 5 % gefallen. Dabei wurde der Rahmenvertrag mit Rheinmetall erweitert. Auch die zuletzt gemeldete Übernahme passt zum Unternehmen. Doch Anleger lässt dies kalt.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
ROCK TECH LITHIUM | CA77273P2017 , DEUTZ AG O.N. | DE0006305006 , RENK AG O.N. | DE000RENK730
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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Nachfrage nach E-Autos und Lithium steigt, wann starten Lithiumaktien durch?
Man kann von der Elektromobilität halten, was man will, doch sie ist wohl nicht aufzuhalten. Die Entwicklung im deutschen Automarkt steht dafür exemplarisch. Im Juni wurden 296.378 Pkw neu zugelassen und damit 15,7 % mehr als im Vorjahresmonat. Besonders stark entwickelte sich der Absatz reiner Elektroautos (BEV). Deren Neuzulassungen sprangen um 78,2 % auf 84.057 Fahrzeuge. Damit kamen reine Stromer auf einen Marktanteil von 28,4 % und lagen erstmals vor Benzinern und Dieseln. Auch Plug-in-Hybride legten kräftig zu, sodass der Marktanteil elektrifizierter Fahrzeuge über der Marke von zwei Dritteln lag.
Damit dürfte auch die Nachfrage nach Batterien und Lithium weiter steigen. Während sich die Preise für Lithium im laufenden Jahr sehr freundlich entwickelt haben, enttäuschen Lithiumaktien. Dies gilt für Produzenten wie Albemarle genauso wie für Explorer wie Standard Lithium. Das kann mit Blick auf die Marktentwicklung eigentlich nicht so bleiben. Insbesondere Rock Tech Lithium bietet derzeit eine interessante Einstiegschance.
Rock Tech Lithium arbeitet am Comeback
Insbesondere Rock Tech Lithium bietet derzeit eine interessante Einstiegschance. Denn das Unternehmen arbeitet an einem Comeback. Dies könnte für eine Neubewertung der Aktie sorgen. Rock Tech will die Batterieindustrie in Europa und Nordamerika unabhängiger machen, indem das Unternehmen eine regionale Versorgung mit hochwertigem, batteriegeeignetem Lithium aufbaut.
Das Lithium-Projekt in Deutschland steht derzeit etwas im Abseits. Zu Recht. Denn in Kanada hat man die Chance, schneller eine integrierte Lithium-Wertschöpfungskette vom Rohstoff bis zum Batteriematerial aufzubauen. In dem bergbaufreundlichen Land profitiert Rock Tech von schnellen Genehmigungsverfahren, niedrigen Energiepreisen und politischer Unterstützung. Dies hat die Börse noch nicht erkannt und die Aktie notiert derzeit bei 0,46 EUR.
Zuletzt hat man die geplante „Made in Ontario“-Lithium-Lieferkette durch die Optionsvereinbarung zum Erwerb des Victory-Projekts im Nordwesten Ontarios gestärkt. Das rund 9.875 Hektar große Explorationsgebiet liegt etwa 45 Kilometer östlich von Kenora und ergänzt das bestehende Georgia-Lake-Projekt sowie den geplanten Red-Rock-Konverter.
Das Victory-Projekt verfügt über zwei bekannte spodumenführende LCT-Pegmatitvorkommen an der Oberfläche. Beim Last-Resort-Pegmatit wurden in selektiven Stichproben Gehalte von bis zu 5,11 % Li₂O festgestellt, beim Bounty-Pegmatit bis zu 3,48 % Li₂O. Beide Vorkommen liegen rund sechs Kilometer auseinander und eröffnen damit ein breites Explorationsgebiet. Rock Tech will das Potenzial nun schrittweise durch Prospektion, Kartierung, Probenahmen und gegebenenfalls Bohrungen prüfen.
Im zweiten Halbjahr können sich Anleger auf weiteren Newsflow freuen. Unter anderem soll die Machbarkeitsstudie für Georgia Lake abgeschlossen werden. Die Mine könnte dann bereits Mitte 2028 in Produktion gehen.
https://youtu.be/4bWMsEsxK9s?si=NBTnk9jJhNwNlX8K
Deutz: Stärkt Defence-Bereich durch Übernahme deutlich
Die Aktie von Deutz wird seit 2025 von Rüstungsfantasie getrieben. Seitdem hat sich der Kurs etwa verdoppelt. In den vergangenen Monaten war es allerdings etwas ruhiger geworden. Jetzt rückt der Motorenhersteller mit einer Milliardenübernahme wieder in den Fokus von Anlegern. So hat Deutz die FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft für rund 1,6 Mrd. EUR vollständig übernommen. Damit baut man das Defence-Geschäft massiv aus. FFG zählt zu den führenden europäischen Anbietern für militärische Land- und Spezialfahrzeuge und arbeitet unter anderem für die Bundeswehr, NATO-Streitkräfte und die Ukraine. Das Unternehmen produziert, wartet und modernisiert Rad- und Kettenfahrzeuge wie Bergepanzer, Schützenpanzer, Mannschaftstransporter und Spezialfahrzeuge. Nach dem Zusammenschluss soll FFG operativ eigenständig bleiben und den Kern der neuen Deutz-Business-Unit Defense bilden.
Mit der Transaktion will Deutz die Transformation zum breit aufgestellten Industrieunternehmen beschleunigen. Gemeinsam entsteht ein deutscher Systemanbieter für militärische Fahrzeuge, Antriebe und Energielösungen. Dabei soll FFGs Fahrzeugkompetenz mit dem Antriebsportfolio, der Industrialisierungserfahrung und dem Servicenetzwerk von Deutz verbunden werden. Die bisherigen FFG-Eigentümerfamilien sollen über neu ausgegebene Deutz-Aktien mit bis zu 29,9 % neuer Ankeraktionär werden. Deutz erwartet Umsatz- und Kostensynergien sowie eine positive Wirkung auf die EBIT-Marge. Die Ziele für 2030 von 4 Mrd. EUR Umsatz und 10 % EBIT-Marge sollen früher erreicht werden. Die Transaktion soll spätestens im ersten Quartal 2027 abgeschlossen werden. Die Deutz-Aktie reagierte gestern mit einem Kursanstieg von über 3 % auf die Meldung und sprang wieder über die Marke von 9 EUR. Das 52-Wochen-Hoch liegt bei 12,50 EUR. Anfang 2025 notierte die Aktie bei rund 4 EUR.
Renk: Es wird gefährlich
Eine Übernahme hatte zuletzt auch Renk gemeldet. Demnach kauft man David Brown Defence und stärkt damit seine Position im internationalen Markt für militärische Antriebslösungen. Das britische Unternehmen mit Sitz in Huddersfield ist auf hochpräzise Getriebe für Marine- und Landverteidigungsprogramme spezialisiert, beschäftigt rund 530 Mitarbeitende und verfügt über mehr als 100 Jahre Erfahrung. David Brown Defence verfügt für 2026 bis 2030 über einen gesicherten Auftragsbestand und eine Pipeline von mehr als 700 Mio. GBP.
Besonders wichtig sei der Zugang zu langfristigen britischen und internationalen Programmen, darunter das Global Combat Ship mit Type-26-Fregatten, Hunter-Class-Fregatten und River-Class-Zerstörern. Strategisch erweitert Renk durch die Akquisition sein Portfolio in den Bereichen Überwasserschiffe, U-Boote und Landfahrzeuge. Besonders wertvoll soll die Expertise von David Brown Defence bei geräusch- und vibrationsarmen U-Boot-Getrieben sein. Sie soll für künftige U-Boot-Plattformen besonders relevant sein. Zudem erhält Renk Zugang zu britischen Landprogrammen wie Challenger 2 und Boxer. Der Abschluss der Transaktion wird vorbehaltlich regulatorischer Freigaben im vierten Quartal 2026 erwartet.
Gestern hat Renk gemeldet, dass der bestehende Rahmenvertrag mit Rheinmetall zur Lieferung von Antriebslösungen für den Schützenpanzer KF41 Lynx verlängert wird. Der Lieferumfang umfasst HSWL-256C-Getriebe und Endantriebe für das moderne Kettenfahrzeug, das nach der Einführung in Ungarn nun auch in weiteren europäischen Streitkräften in größeren Stückzahlen zum Einsatz kommen soll. Für Renk bestätigt die Vereinbarung die erfolgreiche Partnerschaft mit Rheinmetall sowie die zentrale Rolle des Unternehmens bei wichtigen europäischen Verteidigungsprogrammen. Zugleich verweist Renk darauf, durch den frühzeitigen Ausbau der Produktionskapazitäten auf die steigende Nachfrage vorbereitet zu sein.
Die Renk-Aktie verlor gestern über 5 % an Wert und notiert bei unter 44 EUR. Damit hat das Wertpapier seit dem Allzeithoch im Oktober 2025 bei rund 90 EUR mehr als 50 % an Wert verloren. Zudem nähert man sich wieder gefährlich dem Jahrestief bei 40,62 EUR an.
Fazit
Die Entwicklung von Rock Tech Lithium in Kanada ist äußerst spannend. Innerhalb des Lithiumsektors hat die Aktie das Potenzial für eine Outperformance. Bei Renk fehlt es derzeit einfach an Momentum. Die Übernahme bei Deutz ist interessant, aber aufgrund der Größe auch eine Herausforderung.
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