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22.06.2022 | 06:00

Krisen-Investments? Pharma-Werte im Check: Bayer, XPhyto, Pfizer

  • Pharma
Bildquelle: pixabay.com

Gerade wenn es am Markt hoch her geht, wünschen sich viele Anleger solide Fundamente für ihr Depot. Aktien aus der Pharmabranche gelten seit jeher als weitgehend losgelöst vom Gesamtmarkt – schließlich unterliegt unsere Gesundheit keiner Marktzyklik. Ob diese Annahme stimmt, und wie Anleger jetzt in Titel aus der Branche investieren können, erläutern wir am Beispiel von drei Aktien. Zeit für einen Depot-Check.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: XPHYTO THERAPEUTICS | CA98421R1055 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , PFIZER INC. DL-_05 | US7170811035

Inhaltsverzeichnis:


    Bayer: Gegen den Trend stark

    Unter den Pharmatiteln ist Bayer für Anleger eine beliebte Wahl. Der Grund: Neben dem Geschäft mit der Gesundheit bietet Bayer auch ein Chemie- und Agrar-Geschäft. Erst kürzlich gewann Bayer auch den vierten Prozess rund um das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat. Damit sinkt das Risiko weiterer Klagen. Neben Pflanzenschutzmitteln bietet Bayer auch Saatgut und ist damit eine Wette auf die aktuelle Knappheit einerseits und die wachsende Weltbevölkerung andererseits. Auch der Klimawandel spielt eine Rolle. Je herausfordernder die Situation für Landwirte wird, desto eher müssen sie zu neuen Sorten greifen, die auch mit Hitze und Trockenheit zurechtkommen oder aber bei sintflutartigen Regenfällen weniger anfällig für Fäulnis sind.

    Langsam aber sicher kristallisiert sich heraus, dass die damals umstrittene Übernahme von Monsanto durch Bayer kein Fehler war. Inzwischen scheint es sogar zu gelingen, sich rund um das einst umstrittene Geschäft positiv zu positionieren: Vor einigen Wochen trat Bayer der „Zero Hunger Private Sector Pledge" bei und stellte 160 Mio. EUR für den Kampf gegen den weltweiten Hunger zur Verfügung. Die Aktie hat in den vergangenen drei Monaten rund 9% gewonnen und stemmt sich damit erfolgreich gegen den aktuellen Negativ-Trend. Schon mittelfristig könnte der Wert sein Vor-Corona-Hoch von 77 EUR angreifen – vorausgesetzt, die große Krise fällt aus.

    XPhyto: Die Aktie fällt, doch das Unternehmen macht einfach weiter

    Ein spannendes Geschäft hat auch XPhyto. Das kanadische Biotech bietet Diagnostika gegen Munderkrankungen und hat auch schnelle Covid-19-Tests in PCR-Qualität im Angebot. Weitere Standbeine sind Wirkstoffträger. Beispiele sind etwa Wirkstoffpflaster oder aber kleine Wirkstoffträger, die Patienten unter die Zunge legen können. Der Vorteil derartiger Wirkstoffträger liegt in einer gesteigerten Effektivität. Wenn Wirkstoffe in geringerer Dosis gleich gut wirken, spart das Kosten ein. Gerade im Bereich der Generika ist ein solcher Ansatz weit verbreitet. Das dritte Standbein von XPhyto betrifft Forschung rund um psychoaktive Stoffe, wie etwa Meskalin. Damit will das Unternehmen Depressionen den Kampf ansagen – der Markt für Medikamente gegen Depressionen soll nach Ansicht der Marktforscher von Data Bridge bis 2028 14,3 Mrd. USD umfassen. Zwar sind psychoaktive Stoffe gerade in Europa noch verpönt, doch öffnet sich der Markt in den USA seit Jahren. Unter anderem investiert Visionär Christian Angermayer in psychoaktive Stoffe.

    Blickt man allerdings auf den Kurs von XPhyto, steht auf Sicht von drei Monaten ein Minus von 37% auf den Kurszetteln. Was ist geschehen? Während Unternehmen, wie Bayer, aktuell ihre Umsätze steigern können und darüber hinaus eine wachsende Perspektive haben, ist XPhyto als Wachstumsunternehmen aktuell unter Druck. Dem operativen Fortschritt tut das allerdings keinen Abbruch: Im Mai vermeldete das Unternehmen Fortschritte rund um ein Pflaster zur Behandlung von Parkinson. Dabei geht es um die Effektivität der Darreichungsform. Vertreter des Unternehmens nannten die Ergebnisse „positiv". Kürzlich stieß mit Florian A. Sahr ein erfahrener Pharma-Kenner und Projektmanager zum Team. Sahr gilt als Experte für transdermale und oral auflösbare Darreichungsformen. Mit den jüngsten Entwicklungen treibt XPhyto sein Brot-und-Butter-Geschäft erfolgreich voran. Anleger mit einem Faible für Wachstumswerte sollten die Aktie im Blick haben – das Geschäft entwickelt sich weiter.

    Pfizer: Der Erfolg der Anderen

    Weiter entwickelt sich auch Pfizer. Kürzlich wurde bekannt, dass der Pharma-Riese rund 8% der Anteile am Impfstoff-Hersteller Valneva erworben hat. Damit will man die bereits bestehende Kooperation rund um den Lyme-Borreliose-Impfstoffkandidaten VLA15 vorantreiben. Obwohl Valneva zuletzt an der Börse geschwächelt hatte, gilt das Investment auch als ein Vertrauensbeweis in den Biotech- und Pharma-Markt – auch bei Unternehmen, deren Kurse taumeln, finden sich vielversprechende Chancen und aufstrebende Produkte. Bereits die Zusammenarbeit mit BioNTech hatte für Pfizer nur positive Effekte und schob den Kurs in der Pandemie mächtig an. Auf Sicht von einem Jahr steht ein Plus von rund 35%. Aktuell befindet sich Pfizer in einer spannenden Phase – rutscht der Wert in Richtung 40 EUR, könnte die Dynamik schwinden, über 50 EUR winkt neues Momentum.


    Auf die Größe kommt es an! So könnte das Fazit für Anleger lauten, die in Pharma-Werten krisensichere Investments suchen. Sowohl Pfizer als auch Bayer haben am Markt zuletzt gegen den Trend eine gute Figur abgegeben. Die Beteiligung von Pfizer an Valneva zeigt aber auch: nicht immer hat der Markt Recht. Auch kleinere Titel bergen Potenzial, auch wenn das die Kurse nicht unbedingt widerspiegeln. Titel wie XPhyto sind stark abgestraft worden und gelten sicher als spekulativ, dass jedoch auch große Player die inneren Werte dieser kleinen und hochgradig spezialisierten Unternehmen erkennen, ist nicht ausgeschlossen.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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