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17.08.2026 | 04:30

Renk mit KI-Fantasie? D-Wave-Aktie zieht wieder an! Zefiro Methane viel zu günstig?

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Bildquelle: Pixabay

Wird Renk etwa zum KI-Profiteur? Die Zusammenarbeit mit Siemens Energy scheint jedenfalls zu florieren. 2026 soll das Geschäft immerhin rund ein Drittel des Auftragseingangs der Business Unit Industrie von Renk ausmachen. Bei einem anderen Unternehmen erwarten Analysten in den kommenden Jahren ein massives Wachstum. Der Gewinn soll sich vervielfachen. Eine aktuelle Dokumentation verdeutlicht das Potenzial. Die Aktie erscheint viel zu günstig. Und was macht D-Wave? Die Quantum-Hoffnung ist weiterhin viel zu teuer. Das haben die jüngsten Quartalszahlen gezeigt. Doch Anleger sehen auch Positives und sorgten zuletzt für einen Anstieg der Aktie um 25 %. Zu Recht?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: ZEFIRO METHANE CORP | CA98926D1069 | NEO: ZEFI , RENK AG O.N. | DE000RENK730 , D-WAVE QUANTUM INC | US26740W1099

Inhaltsverzeichnis:


    Zefiro Methane: Analysten sehen starkes Wachstum

    Ein Umsatzwachstum von 45,18 Mio. USD auf 66,85 Mio. USD, eine EBITDA-Vervielfachung von 3,73 Mio. USD auf 12,22 Mio. USD und eine Explosion des Gewinns je Aktie von -0,01 USD auf 0,05 USD. All dies vom Geschäftsjahr 2025/26 (endet am 30. Juni) bis 2027/28. Gleichzeitig steht die Aktie des Unternehmens bei 0,44 USD. Daher empfehlen die Analysten von GBC Research die Aktie mit einem Kursziel von 1,50 USD zum Kauf. Dabei handelt es sich um Zefiro Methane.

    Wer die aktuelle Dokumentation „The Hazard Below“ auf YouTube gesehen hat, versteht schnell, warum Analysten bei Zefiro Methane optimistisch sind. Das Unternehmen adressiert keinen kurzfristigen Trend, sondern ein über Jahrzehnte entstandenes Infrastruktur- und Umweltproblem mit potenziell Millionen sanierungsbedürftigen Öl- und Gasbohrungen allein in den USA. Schätzungen zufolge könnte die Zahl inaktiver, unverschlossener oder gar nicht dokumentierter Bohrlöcher landesweit sogar bei 2 bis 4 Mio. liegen.

    Die Folgen können erheblich sein. Alte Bohrlöcher können Methan freisetzen. Sie befinden sich unter Wäldern, landwirtschaftlichen Flächen, Wohngebieten und inzwischen oft auch auf Flächen, auf denen KI-Rechenzentren entstehen sollen. Das unsichtbare Treibhausgas stellt nicht nur ein Klimaproblem dar, sondern kann auch die öffentliche Sicherheit und die unmittelbare Umgebung beeinträchtigen. Besonders problematisch sind Bohrungen, bei denen Grundwasserleiter nicht ausreichend geschützt sind. Die Dokumentation lässt deshalb neben Betroffenen auch Wissenschaftler und Umweltexperten zu Wort kommen.

    Im Mittelpunkt der Suche nach Lösungen steht Zefiro Methane mit seiner Tochtergesellschaft Plants & Goodwin. Deren Wurzeln reichen bis 1970 zurück, als Paul Plants und George Goodwin begannen, alte Öl- und Gasbohrungen zu warten. Aus dieser jahrzehntelangen Erfahrung entwickelte sich ein Spezialist für die Stilllegung sogenannter Legacy Wells. Heute konzentriert sich das Unternehmen darauf, unterschiedlichste Bohrlöcher fachgerecht zu verschließen. CEO Luke Plants sieht darin einen spezialisierten Markt, in dem nur wenige Anbieter über das notwendige Know-how und die technische Ausstattung verfügen, um solche Projekte aus einer Hand umzusetzen. Daher erscheinen die Wachstumsprognosen von GBC alles andere als konservativ.

    https://youtu.be/J332X4Xs_kk?si=iFjzDK1iMpilmyhO

    Renk - ein KI-Profiteur?

    Ist Renk etwa ein KI-Profiteur? Vergangene Woche hat das Unternehmen jedenfalls darauf hingewiesen. Demnach profitiert Renk zunehmend vom stark wachsenden Strombedarf durch KI-Anwendungen und Rechenzentren. Der Konzern liefert Getriebe, Kupplungen und Schaltkupplungen für Gasturbinen-Generator-Sätze und arbeitet dabei unter anderem mit Siemens Energy zusammen. Besonders in den USA steigt die Nachfrage nach Gasturbinen zur Stromversorgung großer KI-Infrastrukturen deutlich. Renk hat in den vergangenen zwölf Monaten Aufträge für mehr als 50 Turbogetriebe erhalten und qualifiziert seine Technik derzeit für weitere Plattformen. Zusätzliche Folgeaufträge werden noch 2026 erwartet.

    Renk sieht in dem Power-Generation-Geschäft zunehmend einen wichtigen Wachstumstreiber innerhalb der Business Unit Industrie. Neben der eigentlichen Stromerzeugung können Renk-Schaltkupplungen auch beim sogenannten Synchronous Condensing eingesetzt werden, um Generatoren zur Netzstabilisierung zu nutzen und die Resilienz gegenüber starken Schwankungen zu erhöhen. Die zunehmende Bedeutung des Segments zeigt sich auch im Auftragseingang.

    2026 soll das Geschäft immerhin rund ein Drittel des Auftragseingangs der Business Unit Industrie ausmachen. Damit ist die Relevanz für den Konzern bisher gering. Im ersten Halbjahr 2026 lag der konzernweite Auftragseingang bei rund 1,20 Mrd. EUR. Davon entfielen lediglich 164,4 Mio. EUR auf die Sparte Marine & Industry, also knapp 14 %. Der reine Industrieanteil liegt nochmals darunter, da in den 164,4 Mio. EUR auch das Marinegeschäft enthalten ist.

    D-Wave: Aktie zuletzt stark

    Quantum-Aktien gehören nicht zu den Gewinnern des laufenden Jahres. Einer der Anlegerlieblinge im Sektor ist D-Wave Quantum. Die Aktie hat innerhalb von vier Wochen immerhin rund 25 % zulegen können. Dennoch liegt die Performance in 2026 bei -25 %. Zuletzt kamen die Quartalszahlen durchaus gut an. Wobei die Zahlen mit Blick auf die Marktkapitalisierung von 7,88 Mrd. USD natürlich weiterhin sehr überschaubar sind. Im zweiten Quartal 2026 hat D-Wave 3,1 Mio. USD umgesetzt und damit in etwa so viel wie im Vorjahreszeitraum. Der Anteil der Forbes-Global-2000-Kunden stieg von 20,4 % auf 47,7 %. Auch die Bookings zogen an. Mit 2,1 Mio. USD lagen sie 59 % über dem Vorjahresquartal. Im gesamten ersten Halbjahr stiegen die Bookings um 1.120 % auf 35,5 Mio. USD.

    Der starke Ausbau der Technologie- und Vertriebsaktivitäten belastet weiterhin die Ergebnisse. Die GAAP-Bruttomarge sank von 63,8 % auf 55,4 %. Die operativen Aufwendungen verdoppelten sich nahezu auf 55,0 Mio. USD. Hintergrund sind vor allem höhere Personalkosten sowie zusätzliche Investitionen in Produktentwicklung und Go-to-Market-Aktivitäten. Der bereinigte EBITDA-Verlust weitete sich entsprechend von 20,0 Mio. USD auf 37,1 Mio. USD aus. Der Nettoverlust verringerte sich immerhin deutlich von 167,3 Mio. USD auf 48,0 Mio. USD. Der starke Rückgang ist allerdings vor allem auf den Wegfall hoher nicht zahlungswirksamer Belastungen aus der Neubewertung von Warrants zurückzuführen.

    Doch die strategische Weiterentwicklung als Anbieter zweier Quantenplattformen scheint Anleger Zuversicht zu geben. Für das Annealing-System Advantage3 plant das Unternehmen 20.000 Qubits bis 2029 und langfristig 100.000 Qubits bis 2031. Parallel wurde eine neue Roadmap für fehlertolerante Gate-Model-Systeme vorgestellt. Sie soll bis 2032 zu einem System mit 100 logischen Qubits und mehr als einer Million Operationen führen. Zusätzlichen Rückenwind liefern ein in „Nature“ veröffentlichter Forschungsdurchbruch bei der Dual-Rail-Architektur, neue Kundenprojekte mit Unternehmen wie AT&T, Nasdaq Verafin und Shionogi sowie Fördermittel aus US-Programmen. D-Wave setzt damit klar darauf, technologische Fortschritte zunehmend in größere kommerzielle Anwendungen und wiederkehrende Umsätze zu überführen.

    Qubits sind die Grundbausteine eines Quantencomputers, vergleichbar mit Bits in klassischen Computern. Dadurch können Quantencomputer bestimmte Problemstellungen sehr viel effizienter bearbeiten. Entscheidend ist allerdings nicht nur die Zahl der Qubits, sondern auch deren Qualität, Vernetzung und Fehlerquote. Bei D-Waves Annealing-Systemen sollen mehr Qubits vor allem ermöglichen, größere und komplexere Optimierungsprobleme direkt auf dem Quantencomputer zu berechnen. Das Ziel von 20.000 Qubits bis 2029 ist daher vor allem ein Skalierungsschritt auf dem Weg zu deutlich leistungsfähigeren kommerziellen Systemen.


    Das Fazit

    Die Aktie von Zefiro erscheint einfach viel zu günstig. Das Problem der alten Öl- und Gasbohrlöcher ist riesig und die Marktposition von Zefiro stark. D-Wave ist alles andere als günstig bewertet. Doch dem stehen die Chancen der Quantum-Technologie gegenüber. Die KI-Fantasie bei Renk sollte nicht überbewertet werden.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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