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29.05.2025 | 05:30

Rheinmetall nicht zu bremsen! Evotec LEERVERKAUFT! Paukenschlag bei Vidac Pharma! Und was macht BioNTech Aktie?

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Bildquelle: pixabay.com

Paukenschlag bei Vidac Pharma. Der Biotech-Highflyer des vergangenen Jahres hat starke Ergebnisse zu seinem Krebsmedikament veröffentlicht. Um 5 % ging es immerhin gestern nach oben. Ist die Konsolidierung damit beendet? Analysten sehen jedenfalls Potenzial für eine Vervielfachung. Über 200 % hat die Rheinmetall-Aktie allein in diesem Jahr zulegen können. Analysten erhöhen das Kursziel und raten weiter zum Kauf. Operativ tut sich auch einiges bei dem Rüstungsunternehmen. Dabei ist bei Evotec operativ die Luft raus. Die Aktie wird zum Spielball von Übernahme-Spekulanten und Leerverkäufer, wer gewinnt? Den Kampf gegen Krebs will auch BioNTech gewinnen. Bekommt die Aktie in den kommenden Tagen neue Dynamik?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: EVOTEC SE INH O.N. | DE0005664809 , VIDAC PHARMA HOLDING PLC | GB00BM9XQ619 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , RHEINMETALL AG | DE0007030009

Inhaltsverzeichnis:


    Vidac Pharma: Jetzt einsteigen?

    Dass Pharma- und Biotech-Aktien derzeit nicht zu den Anlegerlieblingen gehören, bietet für Weitsichtige spannende Kaufchancen. So wie bei Vidac Pharma. Der Biotech-Highflyer arbeitet an einer neuen Klasse von Krebstherapien und die Aktie explodierte aufgrund starker Studiendaten im vergangenen Oktober von 0,30 EUR auf 1 EUR. Die anschließende Konsolidierung war gesund, allerdings dauert sie aufgrund des schwachen Branchensentiments doch länger als gedacht. Derzeit notiert die Aktie bei rund 0,50 EUR und bietet damit eine spannende Einstiegschance. Dies sieht auch Sphene Capital so. Die Analysten empfehlen die Aktie mit einem Kursziel von 4,90 EUR.

    Dass sich an den hervorragenden Perspektiven nichts geändert hat, zeigt die gestrige Meldung. So hat Vidac Pharma vielversprechende Ergebnisse mit der Anwendung am Patienten erzielt. Konkret wurde Almavid, eine proprietären subkutane Formulierung von dem Vidac-Wirkstoffkandidaten VDA 1102 (Tuvatexib), 3 pädiatrischen Patienten mit Hirntumoren verabreicht. Die Ergebnisse bezeichnet Vidac als außergewöhnlich. Unter anderem sei eine hohe Blutstabilität über mehr als 24 Stunden, eine starke Dosislinearität und gleichbleibende Blutkonzentrationen bei allen Patienten festgestellt worden. Damit habe Almavid das Potenzial als Breitspektrum-Therapie für solide Tumore sowohl als Monotherapie als auch in Kombinationstherapien eingesetzt zu werden. VDA 1102 hat bereits in Phase-2-Studien für zwei onkologische Hautkrankheiten Wirksamkeit bei minimalen Nebenwirkungen gezeigt: Aktinische Keratose und kutanes T-Zell-Lymphom.

    Damit könnte sich VDA 1102 zu einem transformativen Wirkstoff für ein breites Spektrum solider Tumore entwickeln. Im nächsten Schritt soll Almavid in größere Studien getestet werden.

    BioNTech und Evotec: Neue Impulse?

    Gibt es bei der BioNTech-Aktie am Wochenende neue Impulse? Gut möglich, denn BioNTech hat am Dienstag ein kurzes Update zur Krebs-Pipeline gegeben. Die klinischen Studiendaten ausgewählter Pipeline-Kandidaten sollen dann ab morgen auch auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (30.05. bis 03.06.) vorgestellt werden. Aus Sicht von BioNTech unterstreichen sie den kontinuierlichen Fortschritt der klinischen Programme bei denen das Unternehmen verschiedene sich ergänzende therapeutische Modalitäten wie mRNA-Krebsimmuntherapien, Immunmodulatoren und zielgerichtete Therapien wie Antikörper-Wirkstoff-Konjugate verfolgt.

    BioNTech-CMO Prof. Özlem Türeci: "Wir glauben, dass die nächste Ära der Krebsmedizin durch das Zusammenspiel komplementärer Mechanismen und innovativer Moleküle bestimmt wird, die durch Synergie ihr volles Potenzial entfalten. Wir werden klinische Fortschritte bei zwei unserer therapeutischen Modalitäten vorstellen: bei unseren Immunmodulatoren der nächsten Generation, vor allem bei unserem Anti-PD-L1xVEGF-A-Antikörper BNT327, und bei einem unserer ADC-Programme, die eine wichtige Säule unserer Kombinationsstrategie darstellen."

    Die BioNTech-Aktie kann neue Impulse gebrauchen. Sie bildet derzeit einen Boden bei rund 85 EUR.

    Bei Evotec können die Leerverkäufer erst mal durchatmen. Nachdem die Biotech-Aktie am Freitag deutlich angezogen hatte und mit einem Kurs von über 8,30 EUR ins Wochenende gegangen war, ist sie in dieser Woche wieder deutlich zurückgekommen. Gestern notierte sie fast wieder bei 7 EUR.

    Die Berg- und Talfahrt zeigt, dass sich bei Evotec derzeit Übernahme-Spekulanten und Leerverkäufer einen Kampf liefern. Nach den ernüchternden Zahlen und konservativen strategischen Neuausrichtung gibt es operativ kaum Impulse. Aus Sicht von Analysten scheint zumindest der Boden erreicht zu sein. Nach den Zahlen hatte selbst Super-Bär Deutsche Bank die Verkaufsempfehlung zurückgezogen und ist neutral mit Kursziel 7 EUR. Zu den großen Leerverkäufern gehören gemäß Bundesanzeiger Voleon Capital Management mit 0,75 %, AHL Partners mit 1,09 % und Arrowstreet Capital mit 1,19 %.

    Rheinmetall: Wann fallen die 2.000 EUR?

    Während Vidac Pharma durch die gestrige Meldung die Konsolidierung beenden und in Richtung 1 EUR marschieren könnte, eilt die Rheinmetall-Aktie von einem Rekord zum nächsten. Gestern notierte das Wertpapier des größten deutschen Rüstungskonzerns erstmals über 1.900 EUR. Damit hat die Aktie alleine im laufenden Jahr über 200 % zulegen können. Geht es nach der UBS, fällt schon bald die Schallmauer von 2.000 EUR. Gestern haben die Analysten ihr Kursziel für die Rheinmetall-Aktie von 1.840 EUR auf 2.200 EUR hochgeschraubt und raten weiterhin zum Kauf. Als Grund nannten die Experten, dass das Nato-Ziel von 3,5 % der Wirtschaftsleistung für Rüstung und Verteidigung noch nicht vollständig eingepreist sei.

    Operativ befindet sich das Unternehmen wohl im perfekten Umfeld. Allein in den vergangenen Wochen gab es ein Feuerwerk an positiven Meldungen. Dabei wird deutlich, wie breit und global Rheinmetall aufgestellt ist. So stellt das Unternehmen gestern und heute in Kanada auf der CANSEC – der wichtigsten Verteidigungsmesse des Landes – den Rheinmetall Mission Master CXT aus der Familie der Uncrewed Ground Systems (UGS) mit integrierter Drohne vor. Die vollständig in Kanada entwickelte und in den nordischen Ländern getestete Mission Master UGS-Produktfamilie eignet sich hervorragend für den Einsatz in der Arktis. Erst Anfang dieser Woche präsentierte Rheinmetall für die vernetzte und digitalisierte Gefechtsführung der Zukunft einen „Multi-Layer-Ansatz“. Die Battlesuite genannte neue digitale Plattform für vernetzte militärische Systeme soll Streitkräften eine überlegene Operations-führung ermöglichen. Das integrative Konzept soll menschliche Intelligenz und Kreativität als auch Künstliche Intelligenz, konventionelle Waffensysteme und unbemannte bzw. besatzungslose Systeme vereinen.

    Beispiele für das internationale Wachstum von Rheinmetall gab es in der vergangenen Woche. So wurden strategische Partnerschaften in Indien und Spanien gemeldet. In Spanien hat man mit dem lokalen Rüstungsunternehmen Indra eine Absichtserklärung über eine strategische Zusammenarbeit im Bereich gepanzerter Fahrzeuge für die spanischen Streitkräfte unterzeichnet. Damit wird die bereits bestehende enge Zusammenarbeit zwischen Indra und Rheinmetall – wie etwa beim Leopard 2E – weiter ausgebaut.

    Am gleichen Tag wie die Spanien-Kooperation gab es auch News aus Indien. Dort hat Rheinmetall mit dem Verteidigungsunternehmen Reliance Defence eine strategische Partnerschaft im Munitionsbereich vereinbart. Demnach soll Reliance Sprengstoffe und Treibmittel für mittel- und großkalibrige Munition an Rheinmetall liefern. Außerdem will man ausgewählte Produkte gemeinsam vertreiben und die Zusammenarbeit ausweiten.


    Fazit

    Der Rheinmetall-Chart hat klar eine Fahnenstange ausgebildet, aber dies muss nicht sinkende Kurse bedeuten. Das Momentum der Aktie und der ganzen Branche ist derzeit extrem stark. Eine gesunde Konsolidierung hat die Vidac-Aktie bereits hinter sich. Pharma- und Biotech-Unternehmen tun sich derzeit schwer, aber wenn sich der positive Newsflow so fortsetzt, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis sich die Aktie wieder in Richtung der alten Höchstkurse bewegt. Dann war das aktuelle Niveau eine exzellente Kaufchance. Evotec wird derzeit von Spekulationen getrieben, operativ ist derzeit die Luft raus.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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