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26.05.2026 | 04:30

Vorsicht bei BioNTech! Novo Nordisk gibt Gas! Kaufchance bei Vidac Pharma Aktie!

  • Biotech
  • Pharma
Bildquelle: Pixabay

Kaufstimmung bei Novo Nordisk. Die Aktie des dänischen Pharmagiganten scheint den seit Sommer 2024 begonnenen Abwärtstrend zu verlassen. Anleger reagieren auf positive Meldungen. Bei Vidac Pharma ist die letzte Meldung offenbar untergegangen. Dabei könnte sie der Beginn des Einstiegs von strategischen Investoren bedeuten. Oder wird der Onkologie-Spezialist vielleicht sogar komplett übernommen? Bei einer Marktkapitalisierung von nur 33 Mio. EUR sollte dies mit einem ordentlichen Aufschlag erfolgen. Während bei Vidac Investoren anklopfen, wurden sie bei BioNTech verschreckt. Das Gründerehepaar geht von Bord und Standorte werden geschlossen. Und jetzt zweifeln Analysten auch noch an der Qualität der Produktpipeline.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: VIDAC PHARMA HOLDING PLC | GB00BM9XQ619 , NOVO NORDISK A/S | DK0062498333 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026

Inhaltsverzeichnis:


    Vidac Pharma: Neue Investoren oder sogar Übernahme?

    Liegt der Markt bei Vidac Pharma derzeit völlig falsch? Dies scheint tatsächlich der Fall zu sein. Denn die Aktie läuft seit Anfang April seitwärts. Die Marktkapitalisierung des Biotechunternehmens liegt lediglich bei rund 33 Mio. EUR. Dabei hatte es die am 21. April veröffentlichte Meldung in sich. Denn die angekündigte Prüfung einer strategischen Expansion nach Kontinentaleuropa könnte weit mehr sein als nur ein geografischer Ausbau. Vielmehr gibt es Hinweise darauf, dass der Onkologie-Spezialist strategische Investoren an Bord holen könnte oder möglicherweise sogar komplett übernommen wird. Denn zwei große europäische Inkubatoren haben ihr Interesse an finanzieller und operativer Unterstützung signalisiert. Ziel solcher Plattformen ist es, wachstumsstarke Biotech-Unternehmen anzuziehen und internationale Investoren sowie strategische Partner zusammenzubringen. Für Vidac Pharma könnte dies den Zugang zu Kapital und spezialisierten Infrastrukturen deutlich erleichtern – insbesondere mit Blick auf zukünftige klinische Studien und mögliche Kooperationen.

    Hinzu kommt: Vidac Pharma befindet sich in einer entscheidenden Phase der klinischen Entwicklung. Genau in diesem Stadium suchen viele größere Pharma- und Biotech-Konzerne nach innovativen Targets, um ihre Pipelines auszubauen. Die geplante Ausgliederung ausgewählter Geschäftsbereiche in eine europäische Spin-off-Struktur könnte daher auch dazu dienen, Beteiligungen oder strategische Partnerschaften deutlich einfacher umzusetzen. Besonders interessant erscheint dabei der Fokus auf drei der wichtigsten europäischen Life-Sciences-Standorte mit direktem Zugang zu institutionellen Investoren, Pharmaunternehmen und spezialisierten Forschungseinrichtungen.

    Vidac Pharma hat bereits die Suche nach einer erfahrenen Führungskraft gestartet, die die geplante europäische Einheit leiten soll. CEO Max Herzberg betonte, dass die Initiative Teil der langfristigen Wachstumsstrategie sei und den Zugang zu Kapital, Partnerschaften und operativer Skalierung verbessern solle.

    Von den Aktienverkäufen des Managements in den vergangenen Wochen sollten sich Anleger nicht verunsichern lassen. Dies wurde frühzeitig angekündigt und davon profitiert Vidac direkt. Denn die Nettoerlöse werden dem Unternehmen direkt zur Finanzierung zur Verfügung gestellt. Damit soll die Entwicklung im laufenden Jahr beschleunigt werden.

    Novo Nordisk: Abwärtstrend gebrochen?

    Während die Vidac-Aktie noch am Turnaround arbeitet, scheint dieser bei Novo Nordisk gelungen zu sein. Seit ihrem Mehrjahrestief im März bei rund 30 EUR hat das Wertpapier des dänischen Pharmagiganten fast 30 % zulegen können. Mit einem Kurs von 39 EUR scheint langsam sogar der langfristige Abwärtstrend gebrochen zu werden. Zuletzt haben gleich zwei Meldungen für gute Stimmung bei Aktionären gesorgt.

    So hat der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur eine positive Empfehlung für die Zulassung der täglichen Wegovy-Pille mit oralem Semaglutid 25 mg in der EU erteilt. Damit könnte Wegovy die erste oral verfügbare GLP-1-Therapie zur Gewichtskontrolle in Europa werden. Die Empfehlung umfasst auch Daten der SELECT-Studie, wonach Wegovy das Risiko schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall senken kann. Novo Nordisk plant nach eigenen Angaben, die Tablettenform außerhalb der USA in ersten Märkten ab der zweiten Jahreshälfte 2026 einzuführen.

    Grundlage der Empfehlung sind unter anderem Daten aus dem OASIS-Studienprogramm. In der Phase-3b-Studie OASIS 4 erreichten Patienten mit Adipositas oder Übergewicht und Begleiterkrankungen unter der täglichen Einnahme von oralem Semaglutid 25 mg einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von 16,6 %. Rund ein Drittel der Teilnehmer verlor mindestens 20 % des Körpergewichts.

    Zusätzlich erhielt Novo Nordisk eine positive CHMP-Empfehlung für Wegovy 7,2 mg in einem Einmal-Pen zur Behandlung von Adipositas in der Europäischen Union. Die höhere Dosierung des einmal wöchentlich injizierten Semaglutids soll laut Unternehmen Patienten eine einfachere Anwendung ermöglichen. Wegovy 7,2 mg ist bereits in den USA unter dem Namen Wegovy HD sowie in Großbritannien verfügbar. Die Markteinführung in der EU wird für das dritte Quartal 2026 erwartet.

    BioNTech: Analysten warnen

    Während Vidac Pharma aufgrund seiner Onkologie-Pipeline offenbar strategische Investoren anzieht, ist das Image von BioNTech stark angekratzt. Dafür haben die überraschenden Ankündigungen gesorgt, dass das Gründerehepaar das Unternehmen verlassen wird und gleich mehrere Standorte in Deutschland geschlossen werden. Und was macht die Aktie des größten deutschen Biotechunternehmens? Nach dem Einbruch im März auf fast 68 EUR folgte eine überraschend schnelle Erholung auf über 94 EUR innerhalb von sechs Wochen. Dann folgte jedoch wieder eine Korrektur und derzeit notiert die Aktie knapp unter 80 EUR.

    Analysten äußerten sich zuletzt eher zurückhaltend. So hat beispielsweise Bernstein die BioNTech-Aktie in ihrer Erststudie mit „Market Perform“ eingestuft. Das Kursziel liegt bei 96 USD. Die Analysten sehen damit aktuell lediglich begrenztes Kurspotenzial. Auffällig ist, dass sie sich vorsichtig zur Entwicklung der Onkologie-Pipeline äußern.

    Im Fokus der Bernstein-Analyse steht insbesondere der Wirkstoffkandidat Pumitamig aus der PD-L1/VEGF-Klasse. Nach Einschätzung der Analysten bergen zulassungsrelevante Studien in diesem Bereich ein erhöhtes Risiko, da vergleichbare Wirkstoffansätze in der Vergangenheit häufig keinen statistisch signifikanten Überlebensvorteil zeigen konnten. Entsprechend vorsichtig bewertet Bernstein die Erfolgsaussichten der laufenden Entwicklungsprogramme.

    Darüber hinaus liegen die risikoadjustierten Umsatzschätzungen von Bernstein für die gesamte BioNTech-Pipeline rund 43 % unter den aktuellen Konsensschätzungen am Markt. Die Experten halten insbesondere die Erwartungen hinsichtlich Marktanteilen und technischer Erfolgswahrscheinlichkeiten der PD-L1/VEGF-Programme für zu optimistisch.


    Fazit

    Der Kauf der BioNTech-Aktie drängt sich derzeit nicht auf. Dass das Unternehmen kurz vor wichtigen Studiendaten die Kapazitäten reduziert, ist kein gutes Zeichen. Dagegen spricht bei Vidac Pharma viel für steigende Kurse. Das Kapital aus den aktuellen Insiderverkäufen wird dem Unternehmen zur Wachstumsbeschleunigung zur Verfügung gestellt. Das Interesse von gleich zwei großen europäischen Inkubatoren wird von der Börse derzeit stark unterschätzt. Novo Nordisk scheint tatsächlich den im Juni 2024 begonnenen Abwärtstrend zu verlassen. Dies bedeutet allerdings nicht, dass die Aktie günstig ist.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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