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02.05.2022 | 06:17

ESG-Risiken nicht ignorieren: Deutsche Bank, Ximen Mining, BYD

  • ESG
Bildquelle: pixabay.com

ESG ist mehr als elektrische Dienstwagen, ein papierloses Büro und der Verzicht auf unnötige Flugreisen. Wer die dritte Säule des ESG-Ansatzes ernst nimmt, muss auch auf eine gute Unternehmensführung achten. In den Kriterien der Index- und Datenanbieter geht es bei guter „Governance" unter anderem um Führungsstrukturen und ausgefeilte Kontrollinstanzen auf Ebene von Unternehmen. Wieso das „G" ESG-Anlegern handfeste Vorteile bringen kann und wie Investoren in Unternehmen mit guten ESG-Kriterien investieren können.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: XIMEN MINING | CA98420B2003 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , DEUTSCHE BANK AG NA O.N. | DE0005140008

Inhaltsverzeichnis:


    Deutsche Bank: Woher all die Leichen im Keller?

    Als vor mehr als einem halben Jahrzehnt der Abgas-Skandal rund um Volkswagen bekannt wurde, ergaben sich schnell auch Einblicke in die Führungsstruktur. Viele verantwortliche Vertreter des Unternehmens hatten damals nichts gewusst. Wenn Informationen stecken bleiben und es innerhalb von Konzernen abgeschottete Geheimnisträger gibt, hakt es an guter „Governance". Ähnlich könnte der Fall bei der Deutschen Bank gelagert sein. Erst kürzlich gab es dort eine Durchsuchung wegen Versäumnissen beim Kampf gegen Geldwäsche. Konkret soll es um Geschäfte eines Familienangehörigen des syrischen Despoten Baschar a-Assad handeln. Schon in der Vergangenheit war die Deutsche Bank immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten oder aber – wie im aktuellen Fall – zumindest Gegenstand von Ermittlungen.

    Die öffentlich zugänglichen Nachhaltigkeitsdaten von Morningstar Sustainalytics weisen für die Deutsche Bank ein mittleres ESG-Risiko aus. Im Vergleich mit 1006 Banken belegen die Blaubanker Rang 515 – mehr Mittelmaß geht nicht. Dennoch könnten Anleger gerade bei Banken rund um ESG genauer hinsehen. Dass selbst mittelprächtige ESG-Ratings für handfeste Probleme stehen können, zeigt die Deutsche Bank seit Jahren. Zwar belebt die bevorstehende Zinswende das Geschäft, doch scheinen in der Bank selbst dennoch auch Risiken zu schlummern. Die ständigen Probleme rund um Ermittlungen können kein Zufall sein.

    Ximen Mining treibt Gold-Projekte nachhaltig voran

    Ganz dem nachhaltigen Handeln verschrieben hat sich auch das kanadische Bergbau-Unternehmen Ximen Mining. „Als Bergbauexplorations- und -erschließungsunternehmen sind wir dafür verantwortlich, grüne Lösungen und Technologien in allen unseren Betrieben einzusetzen , wann immer dies möglich ist. Wir glauben, dass wir Teil der Lösung sind, die zum Überleben unserer Branche und unseres Planeten beiträgt", so CEO Christopher R. Anderson. Ximen Mining verfügt über mehrere Gold und Silber-Projekte und treibt insbesondere die Entwicklung der Kenville Goldmine aktiv voran. Zuletzt gelang es trotz der allgemeinen Lieferschwierigkeiten, Stahlträger für den Bau des Minenportals zu erhalten. Die Stahlträger sind Teil von Umbaumaßnahmen, um Mitarbeiter des Unternehmens Büro- und Schlafräume vor Ort zu bieten.

    Ebenfalls kürzlich vollzog Ximen Mining eine Kapitalerhöhung von rund 1,3 Mio. CAD mit dem Ziel, die laufenden Arbeiten zu finanzieren. Beteiligt war unter anderem auch CEO Anderson. Die Einheiten wurden zu 0,15 CAD begeben und enthalten zusätzlich einen Warrant, der über einen Zeitraum von 24 Monaten zu 0,25 CAD ausgeübt werden kann. Im Zuge der Kapitalmaßnahme hat sich die Aktie zuletzt schwächer entwickelt. Das bisherige 52-Wochen-Tief bei knapp unter 0,10 EUR könnte langfristig aber eine Unterstützung sein.

    BYD: ESG als einziger Haken

    Dass Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle spielt, könnte für BYD zu einer schlechten Nachricht werden. Was sich zunächst widersprüchlich anhört, klingt mit Blick auf die Konkurrenz einleuchtend. Zwar agiert BYD als Elektroautobauer und Profi rund um Energiespeicher in einer nachhaltigen Branche und ist zudem technologisch führend, doch bläst die Konkurrenz zum Angriff. In der EU gibt es bereits Pläne, die Lieferketten rund um E-Auto-Batterien transparent zu machen. Für Bergbau-Unternehmen, die rund um ESG Schwächen haben, könnte das zu einem Nachteil werden, da sich diese Schwächen indirekt auch auf die ESG-Bewertungen von aus diesen Rohstoffen gefertigten Endprodukten auswirken. Chinesische Hersteller, wie BYD, haben seit jeher Zugriff auf günstige Rohstoffe – ESG hatte bislang aber kaum Priorität. Wenn nun nachhaltig geförderte Rohstoffe zum Verkaufsargument werden, könnte BYD Nachteile erfahren. Mit der eigenen Chip-Sparte und den fortschrittlichen Akkus bleibt BYD zwar gut positioniert, ESG-Risiken bestehen aber dennoch.


    In einer Welt, die sich beständig weiterdreht und in der Nachhaltigkeit nicht nur besprochen, sondern zunehmend auch gelebt wird, müssen Unternehmen handeln. Beispiele aus den Medien zeigen, dass selbst bei großen Unternehmen wie Deutsche Bank oder auch BYD noch Luft nach oben ist. Gerade bei Konzernen ist jede Transformation schwer. Einfacher ist es dagegen, junge Unternehmen von vorherein so nachhaltig wie möglich aufzustellen. So geschehen bei Ximen Mining. Im Wettlauf um Investorengelder könnte sich das langfristig noch auszahlen. Aktuell handelt die Aktie in der Nähe ihrer Tiefs.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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